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Wilfried RappeneckerModerator
Hallo Irmgard
Ich habe von Karin Gsöllpointner deine Email erhalten, betreffend fragen zur HPS. Ich bin neben Shiatsu auch als Physiotherapeutin tätig. Die Neurologie ist jedoch nicht mein Fachgebiet und meine Physioausbildung liegt auch schon ein Stück zurück.
Grundsätzlich geht es bei solchen Erkrankungen meist um den Erhalt von Funktionalität und Schmerzlinderung (so gut wie es möglich ist). Also kannst du anhand der Beschwerden die dein Klient hat, die Therapie entsprechen anpassen.
Was die Spastik anbelangt, würde ich schnelle und ruckartige Bewegungen vermeiden und die Gelenke langsam bewegen. Wenn es sich um eine Streckspastik handelt, ist es in der Regel einfacher das Gelenk nicht von vorne, sondern von hinten zu berühren, wenn du zum Beispiel eine Rotation machen möchtest. Schnelles Anfassen der spastischen Muskulatur kann schon eine Spastik auslösen.Eine Fusskorrektur würde ich nicht unbedingt als Priorität ansehen. Da die Spastik eine starke Verkrampfung der Muskulatur ist, würde ich also eher Muskeln und Faszien dehnen und lösen, aber sicher auch die Gelenke mobilisieren.
Da es sich um eine spinale Erkrankung handelt, kannst du auch mal schauen ob es im unteren Rücken steife Gelenke gibt und behandeln. Es ist möglich, dass dies durchaus auch einen positiven Einfluss auch die Füsse hat.
Vielleicht besteht ja auch mal die Möglichkeit, dass du mit in eine Physiobehandlung gehen kannst. Dann siehst du was dort gemacht wird und ich denke die behandelnde Physiotherapeutin gibt dir bestimmt gerne Auskunft betreffend Therapie und Möglichkeiten. Was die Fachliteratur anbelangt könnte sie dir bestimmt auch Auskunft geben.
Ich hoffe das beantwortet zumindest einen Teil deiner Fragen. Wenn du fragen hast, darfst du dich gerne melden. Ich gebe gerne Auskunft so weit ich kann.
Liebe Grüsse
Yvonne SchmidWilfried RappeneckerModeratorHallo Irmgard,
Wilfried hat mir deine Anfrage geschickt.
Ich bin Shiatsulehrerin und Lehrerin für Physiotherapie und habe jahrelang Neurologie in der PT unterrichtet.
Hier eine kurze Antwort:
Zum Thema Spastik: behutsames Behandeln mit passivem Bewegen und mit langsamen Dehnungen senkt den Tonus im Allgemeinen. Bei einer spinalen Spastik können Spasmen hinzukommen, d.h. reflexartige ausschiessende unwillkürliche Bewegungen. Die können einen als Therapeutin mal ganz schön überraschen. Meistens sind die Menschen, die eine spastische Lähmung haben, selber ihre eigenen Meister und können dir sehr genau genau sagen, was gut tut und was nicht. Mit Shiatsu kann man i.A. nichts falsch machen, das ist das Gute. Man braucht keine Angst zu haben, ins Besondere nicht wenn vor allem die Beine betroffen sind. ( Bei einem gelähmten Arm sollte man die Yellow und Red Flags für passives Bewegen schon kennen) .
Ein anderes wichtiges Thema ist die Progredienz bei der von dir genannten Erkrankung.
Das ist nicht nur für den Betroffenen schwer, sondern auch oft für die TherapeutInnen, welcher Sparte auch immer. Progrediente Erkrankungen fordern uns unter Umständen sehr heraus im Sinne von „akzeptieren, was unabdingbar ist und auf der anderen Seite genau das auch nicht zu tun!“ d.h. nie aufzugeben, ob es nicht doch noch etwas gibt, was die Lebensqualität steigern kann oder zu mindest erhalten.Zum Thema „Shiatsu bei Neurologischen Erkrankungen“ gebe ich im Übrigen einen Kurs in Zürich am 24. und 25.4. 2020 bei Phoenix-Schule für KomplementärTherapie. Dort gehe ich auch auf die speziellen Bedürfnisse der Teilnehmer (d.h. ihre speziellen Fragen bezüglich ihrer „neurologischen“ KlientInnen) ein, da das Feld der Neurologie ja ein weites ist. Auf der anderen Seite tauchen bei vielen neurologischen Erkrankungen auch immer wieder die gleichen Symptome auf: Spastik, Lähmungen, Sensibilitätsstörungen. So dass man über Vieles ganz allgemein sprechen kann, unabhängig von der Diagnose oder der Ursache für die neurologischen Ausfälle.
Freundliche Grüsse
Anne-Katrin Soehlke
DozentinWilfried RappeneckerModeratorLiebe Irmgard,
ich drücke dir die Daumen, dass sich jemand mit Erfahrungen zu diesem Thema findet. Andererseits wirst du in jedem Fall selber versuchen müssen herauszufinden, was diesem Menschen tatsächlich hilft.
Ich kann nachvollziehen, dass Strukturelle Techniken in diesem Fall nur bedingt erfolgreich sein können. Auch wenn ich selber keine Erfahrung in der Arbeit mit Menschen mit einem solchen Krankheitsbild habe, so kann ich mir vorstellen, dass eine langsame und ruhige Arbeit, u.U. auch mit deutlichem Druck, und längeres Halten hilfreich sein könnten.
Wenn dir jemand direkt an deine Email-Adresse antworten sollte, so wäre es sehr schön, wenn du die Antwort hier im Forum posten könntest, damit andere PraktikerInnen auch davon profitieren können.
herzliche Grüße, Wilfried
24. Oktober 2019 um 21:01 Uhr als Antwort auf: Pseudoxanthoma elasticum (PXE) oder Grönblad-Strandberg-Syndrom #18572Wilfried RappeneckerModeratorLiebe Sabine,
Ich habe keinerlei Erfahung mit Menschen, die unter dem Grönblad-Strandberg-Syndrom leiden. Es ist ja auch eine sehr seltene Erkrankung und Betroffene werden wohl auch selten zum Shiatsu gehen.
Was aber wichtig ist: egal, wie die medizinische Diagnose lautet, sie sagt nur wenig darüber aus, was bei diesem Menschen auf der energetischen Ebene stattfindet. Du kannst das aber herausfinden, indem du diesem Menschen Shiatsu gibst, das auf seine spezifische Situation angepasst ist. Was du nicht machen solltest, wird dein Klient möglicherweise (wahrscheinlich) selber genau wissen. Ihr könnt gemeinsam herausfinden, wie du am besten vorgehst, was ihn unterstützt und was nicht.
Insbesondere die Arbeit mit den Inneren Techniken und das meridianfreie Shiatsu können hier sehr hilfreich sein.
Also: du darfst mit einem solchen Menschen Shiatsu machen, denn du kannst dein Shiatsu ganz seiner Situation anpassen.
Berichte uns doch bitte wie es weiter ging.
herzliche Grüße,
Wilfried
Wilfried RappeneckerModeratorLiebe Sabijne,
Danke, dass du noch mal geschrieben hast und uns berichtest, wie es deiner Klientin mit Shiatsu ergangen ist. Das ist sehr hilfreich für alle lesenden Shiatsu-TherapeutInnen / -PraktikerInnen.
herzlich, Wilfried
Wilfried RappeneckerModeratorLiebe Shiatsuka,
Danke für deinen Bericht.
Was meinst du denn mit ‚richtig behandeln‘? Ist denn eine leichte Berührung keine richtige Behandlung? Shiatsu hat glücklicherweise dieses breite Spektrum an technischen Möglichkeiten, von sehr physischem Tiefenkontakt bis hin zu sehr feiner Berührung. Zumal zusammen mit Inneren Techniken kann gerade eine feine Berührung sehr wirkungsvoll sein.
Zweite Frage: warum willst du denn an dieser Stelle anders behandeln als du es bisher getan hast, was ist deine Motivation hierfür? Willst du diese Stelle v.a. erkunden, um eine Gefühl dafür zu bekommen und zu erfahren, ob und wie sie auf deine Berührung reagiert? Oder hast du das Ziel, diese Stelle zu verändern, so dass sich vielleicht an der Tetraplegiker-Situation deiner Klientin grundlegend etwas ändert? Das erste wäre verständlich und in Ordnung. Das zweite wäre ebenfalls verständlich, jedoch wahrscheinlich kein sinnvoller Weg.
Ich kann dir nicht sagen, wie du am besten an dieser Stelle arbeiten solltest, weil ich Klientin nicht gesehen habe und die Stelle nicht kenne. Wahrscheinlich ist es völlig in Ordnung, dort mit der Achtsamkeit des Shiatsu „normal“ zu arbeiten. Allerdings ist eine eher feine Arbeit zusammen mit Inneren Techniken (z.B. Ki-Projektion) eben auch „normales“ Shiatsu.
Wenn du anders arbeiten möchtest als bisher, dann besprich die Sache am besten mit deiner Klientin und schlage ihr vor, dass du versuchsweise einmal etwas deutlicher an dieser Stelle in Kontakt gehst als du es bisher getan hast, und ihr dann schaut, wie die Reaktion ist. Ist die Reaktion unauffällig, dann könnt ihr ggf. einen Schritt weiter gehen.
Darüber hinaus möchte ich dich sehr ermutigen, mit dem restlichen Körper zu arbeiten, auch wenn deine Klientin das nicht spüren kann. Ihr energetischer Körper nimmt deine Berührung in jedem Fall wahr. Dabei kannst du untersuchen, ob und in welcher Form deine Klientin davon profitiert.
Bitte berichte weiter von dem Verlauf der Behandlungen mit deiner Klientin.
Herzliche Grüße,
Wilfried
Wilfried RappeneckerModeratorLiebe Annatina,
Franziska von Schinkel hat mich gebeten, ihre Antwort auf deine Frage ins Forum zu stellen.
herzlich, WilfriedLiebe Annatina
Zu Deiner Frage, bezüglich aufsteigendem Qi mit Wärme und Schwindel im Kopf bei verschiedenen KlientInnen, hier folgende Überlegungen.
Wenn sich etwas wiederholt zeigt in meinen Behandlungen, überprüfe ich sehr genau, was meine Ausrichtung ist.
Erdung, Verbindung nach oben, das Sinken und Ausdehnen. Wie präsent bin ich mit meinen Gedanken und welche Orientierung biete ich an.Schon nach einmaliger Rückmeldung mit z.B. Wärme und Schwindel im Kopf, würde ich differenzierter in die Befragung gehen und vor allem in der Behandlung vermehrt mit dem Wasser arbeiten, mit dem Nierenaspekt und dem Konzeptionsgefäss unterhalb des Bauchnabels, Tanden miteinbeziehen. Manchmal hilft es physisch dort einzutauchen. Die Arbeit mit den Beinen ist essentiell, ebenso der Füsse, Ni3, BL60,62, Ni1. Den Dreifacher Erwärmer unbedingt mit einbeziehen.
Und auf jeden Fall weniger Impulse setzen, und wenn notwendig während der Behandlung ab und zu gezielte Fragen stellen.
Was der Auslöser dafür sein kann, dass sich das Qi nach oben bewegt, ist häufig, dass das Wasser erschöpft ist.
mit lieben Gruss
FranziskaWilfried RappeneckerModeratorLieber Peter,
Danke für deine beiden Artikel.
Eine gute Zeit, Wilfried
4. Dezember 2018 um 16:04 Uhr als Antwort auf: Schwangerschaft mit Bluthochdruck und Wassereinlagerungen #17399Wilfried RappeneckerModeratorLiebe Tanja,
Danke für das Update.
WilfriedWilfried RappeneckerModeratorLiebe Tanja,
Schulterbeschwerden sind nicht selten sehr hartnäckig. Du begleitest den Prozess, der ggf. zur völligen Auflösung des Schmerzmusters führen wird. Aber es ist ein Prozess, der seine Zeit braucht. Manchmal geht der auch über mehrere Monate.
Dehnungen kannst du gerne versuchen, immer in direkter Absprache mit deinem Klienten und der Achtung seiner Grenzen. Bist du mit dem Lokalen Shiatsu vertraut, wie ich es in meinen Seminaren unterrichte (das hatte ich dich oben bereits gefragt)? Wenn ja, arbeite in dieser Weise mit extra klarem und fokussiertem Geist. Und beachte die Bewegungen seines Ki-Feldes in seine Arme hinein. Es wäre sehr verwunderlich, wenn die Arme bei diesen Beschwerden keine besondere Rolle spielen würden.
herzlich, Wilfried
Wilfried RappeneckerModeratorp.s.: Kalkablagerungen sind keineswegs unbedingt die Ursache seiner Schmerzen, eher sind sie Ausdruck einer langfristigen Fehlbelastung der Schulter. Auch mit Kalk in der Schulter kann der Mann völlig beschwerdefrei werden. Mach also weiter!
Wilfried25. Oktober 2018 um 22:03 Uhr als Antwort auf: Schwangerschaft mit Bluthochdruck und Wassereinlagerungen #17276Wilfried RappeneckerModeratorLiebe Tanja,
du hast Recht, so wie du es beschreibst mit Wassereinlagerungen, hohem Blutdruck und Hitzewallungen klingt es nach einem ernst zu nehmenden Zustand, vielleicht eine beginnende Schwangerschaftsgestose. Gut, dass deine Klientin in engmaschiger ärztlicher Betreuung ist.
Du kannst sie dennoch sehr gut behandeln, wenn sie das möchte. Es gibt nichts, was du auf keinen Fall tun solltest, außer etwas, das ihr aus deinem Eindruck und nach ihrer eigenen Meinung nicht gut tut. Finde vielmehr zusammen mit ihr zusammen heraus, was sie gerne möchte und was ihr gut tut. Vielleicht möchte sie eher dynamisch behandelt werden, vielleicht (wahrscheinlicher) auch nur an bestimmten Stellen gehalten werden. Das Wasser-Element ist wahrscheinlich von besonderer Bedeutung.
Berichte uns bitte hier im Forum, wie es weiter geht.
Liebe Grüße, Wilfried
Wilfried RappeneckerModeratorLiebe Tanja,
Danke für deinen Bericht. Das Gefühl, sich sicher und geborgen zu fühlen, scheint hier besondere Bedeutung zu haben. Es gibt allerdings immer auch zusätzlich physische und energetische Muster, die du sicherlich auch ansprichst.
herzliche Grüße, Wilfried
Wilfried RappeneckerModeratorLiebe Sabine,
ich denke auch, dass bei einer Übelkeit im Zusammenhang mit Chemotherapie Shiatsu helfen kann. Berichte uns doch bitte hier im Forum, wie es in diesem Fall verlaufen ist.
Danke und liebe Grüße, Wilfried
Wilfried RappeneckerModeratorLiebe Tanja,
„Frozen Shoulder“ ist eine Art von Sammeldiagnose und sagt nicht viel oder auch gar nichts über die Ursache oder den genauen Ort der Beschwerden aus.
In letzter Zeit ist die Diagnose „Frozen Shoulder“ etwas aus der Mode gekommen; jetzt schreiben Ärzte lieber „Impingement-Syndrom“. Ich möchte damit klar machen, dasss solche Diagnosen uns Shiatsu-Therapeuten / Praktikern nicht sagen können, welche Situation in der betroffenen Schulter und im Menschen vorliegt. Darum ist es auch nicht möglich, dir genaue Vorgehensweisen zu skizzieren, denn dazu müsste ich den Menschen sehen und die Schulter in meinen Händen halten.
Grundsätzlich gilt aber, dass du zu jedem Zeitpunkt nach Auftreten der Beschwerden mit einem solchen Menschen und seiner Schulter arbeiten kannst. Ich weiß nicht, wo du Shiatsu gelernt hast. In Hamburg und in Kiental hast du das Lokale Shiatsu kennen gelernt. Wenn du den dabei gelernten Schritten und Prinzipien folgst, hast du viele Möglickeiten, auf unterschiedliche Weise mit der Schulter und dem Menschen zu arbeiten. Wenn du an einer anderen Schule gelernt hast, dann findest du unter diesem Link einen Artikel zum Lokalen Shiatsu: https://www.schule-fuer-shiatsu.de/images/pdf_deutsch/W.Rappenecker_Lokales_Shiatsu.pdf
Wichtig ist, dass du zum einen den ganzen Menschen wahrnimmst und zu verstehen beginnst, aus welchen Gründen sein Körper sich entschieden haben könnte, diese „Frozen Shoulder“ zu produzieren. Ebenso wichtig ist es, dass du die betroffene Schulter in deine Hände nimmst und dir die Zeit nimmst, da hinein zu spüren bzw. zu „schauen“, welche Muster in der Schulter vorliegen und was sie dir sonst noch zu erzählen hat. Dann geh so vor, wie du es in deiner Ausbildung gelernt hast.
Wie alle anderen Probleme hat auch bei Schulter-Schmerzen der energetische und physische Körper einen guten Grund, diese Beschwerden zu produzieren. Er gibt das Produzierte nur auf, wenn er überzeugt ist, dass es anders besser geht. Darum musst du – und auch dein Klient – Geduld haben, den Körper davon zu überzeugen. Menschmal geht dies sehr rasch, manchmal braucht es einen langen Atem.
Viel Freude bei deiner Arbeit – und berichte bitte an dieser Stelle, wie es weiter gegangen ist.
Wilfried
Wilfried RappeneckerModeratorHallo Flurin,
Solltest du bisher keine Antwort auf deine Anfrage erhalten haben, kontaktiere doch mal das Büro des Kientalerhofes. Vielleicht können die Mitarbeiter im Büro deine Frage an Studenten bzw. Absolventen weiterleiten, die ein BodyCushion abgeben bzw. sich einer Sammelbestellung anschließen möchten.
herzliche Grüße, Wilfried- Diese Antwort wurde vor 7 Jahren, 5 Monaten von Wilfried Rappenecker geändert.
Wilfried RappeneckerModeratorLiebe Sonja,
Grundsätzlich ist es wahrscheinlich so, dass die Kitzeligkeit etwas vor Berührung schützen soll. Das heißt, im Hara-Raum und im oberen Rücken dieser Person ist wahrscheinlich etwas präsent, das in ihrem Leben von großer Bedeutung ist. Oft ist es im Unbewussten angesiedelt und nicht selten (wenn auch nicht immer) seelisch oder auch körperlich schmerzhaft, wenn es berührt wird und sich zeigen kann.
Grundsätzlich sollten wir solche Orte respektieren und nicht mit allen Tricks versuchen, die Kitzeligkeit zu überlisten. Wir sollten aber auch mit einer solchen Klientin offen darüber sprechen und uns ggf. gemeinsam Gedanken dazu machen, was dahinter stehen könnte. Oft haben diese Menschen selber eine plausible Erklärung dafür, warum dieser Ort so kitzelig reagiert.
Wenn eine Klientin einige Male bei dir war, dann verschwindet Kitzeligkeit nicht selten ganz von selber. Mit zunehmendem Vertrauen in Shiatsu und in deine Berührung fällt ein Grund für eine innere Anspannung fort, welche die Kitzeligkeit verstärken kann. Es lohnt sich also – in Absprache – gelegentlich nachzuschauen, ob Berührung jetzt möglich ist.
Manchmal macht es auch Sinn, mit der Klientin zu vereinbaren, dass man gemeinsam versucht herauszufinden, wie die Kitzeligkeit überflüssig werden kann. Meistens ist es so, dass die Kitzeligkeit bei ruhiger und klarer Berührung weniger stark ist. Das scheint bei deiner Klientin nicht der Fall zu sein. Vielleicht gibt es aber auch eine andere Art von Berührung, die an diesen Stellen möglich ist.
Wie dem auch sei, Ehrgeiz wäre hier völlig fehl am Platze. Diese Klientin hat das Recht, ihre Kitzeligkeit wenn es sein muss bis an ihr Lebensende zu behalten. Du kannst trotzdem sehr gutes und fruchtbares Shiatsu mit ihr machen, auch wenndu diese Stellen nicht mehr berühren solltest. Vielleicht machst du dich gemeinsam mit ihr – so sie interessiert ist – auf eine leichte und entspannte Entdeckungsungsreise, was diese Kitzeligkeit sagen möchte, ohne sie dabei zu wichtig zu nehmen.
Magst du uns vielleicht in einigen Wochen berichten, wie die Kitzeligkeit sich entwickelt hat? Nicht selten verändert sie sich relativ rasch. Solch ein kleines Update wäre sehr interessant.
herzliche Grüße, Wilfried
Wilfried RappeneckerModeratorLiebe Lava,
Nach meiner Erfahrung kann eine stark verspannte Nackenmuskulatur alleine keinen Tinnitus auslösen.
Wohl aber findet sich bei Menschen mit Tinnitus häufig eine große Verspannung im Schulter-Nacken-Bereich (ebenso wie auch in anderen Bereichen seines Körpers), was als Ausdruck der großen inneren Anspannung gesehen werden kann, unter dem diese Menschen stehen. Eine starke körperliche Verspannung in diesem Bereich kann einen bestehenden Tinnitus verstärken.
Es gibt bisher keine eindeutige Erklärung dafür, was Tinnitus ist und wie er verursacht wird. (Sicherlich aber gibt es viele Theorien dazu.) Ich sage oft, dass der Mensch mit Tinnitus seine eigene innere Anspannung hören kann. Da spielen die seelische Situation (die Biographie eines Menwschen, private und beruflicher Stress etc.) aber auch die körperliche Verfassung eine Rolle. Auch die Angst und Sorge wegen des Tinnitus kann die innere Anspanmung und damit den Tinnitus verstärken.
Wichtig ist, dass die betroffenen Menschen ihre eigene Situation klar sehen, sie annehmen können (das ist mit das wichtigste!) und intelligente Lösungen finden können, wie sie kurz-, mittel- und langfristig ihre innere Situation ausgleichen und entspannen können. Dabei kann ihnen Shiatsu und das begleitende Gespräch helfen.
Damit das begleitende Gespräch hilfreich sein kann, ist es wichtig, die private und berufliche Lebenssituation des Menschen ein wenig zu verstehen. Dann können wir mit ihm gemeinsam beraten, welche Änderungen sinnvoll und auch umsetzbar sind. Die Entspannung, die der Mensch in der Shiatsu-Behandlung erfährt, kann die Tür für fruchtbare Veränderungen aufstoßen.
Wir können mit Shiatsu den Tinnitus nicht „wegmachen“. Nur die betroffenen Menschen selber können ihre Lebenssituation so ändern, dass ein Tinnitus leiser wird, ganz verschwindet oder auch nur nicht mehr nervt und beunruhigt und keine Angst mehr macht. Du kannst ihnen mit Shiatsu dabei helfen. Die Arbeit mit der Anspannung im Schulter-Nacken-Bereich ist hier ein wesentliches Element – neben vielen anderen.
Liebe Grüße, Wilfried
Wilfried RappeneckerModeratorLiebe Andrea,
Ein Freund bat mich, seine Antwort an dich ins Forum zu stellen.
herzliche Grüße, Wilfried„Liebe Andrea,
….auch für mich war es sehr schwer, eine Entscheidung zu treffen. Selbst als ich in der Garmischer Klinik zur Einlieferung war, wollte ich noch mal weglaufen. Der Prof, der mich operieren sollte, war einverstanden und sagte nur „Sie werden wiederkommen“. …danach blieb ich und bin sehr zufrieden.
Ich habe in die med. Technik und Kompetenz vertraut. Alles andere (in Richtung Heilung) muß man selber tun!!! Das ist sieben Jahre her. Diese Jahre waren voller großartiger Körpererfahrungen …und meinen Sport (Mountain Bike) kann ich immer noch, jetzt mit größerer Freude und Achtsamkeit, durchführen. ….und trotzdem gilt: …eine Hüft OP ein ziemlicher Eingriff, an den man glauben muß und Vertrauen in gute „Handwerker“-Ärzte braucht. Wenn Du willst, kannst Du mich gerne mal anrufen… http://www.shendo-shiatsu-schule.de
Alles Gute und herzliche Grüße, Gayaka“Wilfried RappeneckerModeratorLieber PuraVida,
Es ist eine sehr gute und wertvolle Vorgehensweise, erst in Bauchlage relative physisch zu arbeiten, und danach in feinere Arbeit einzusteigen (in Bauchlage oder in einer anderen Position). Es ist sicherlich nicht der einzig Richtige Weg, aber er bietet viele gute Möglichkeiten.
Beispielsweise kann so ein Raum bereit gestellt werden, in dem Klient und Behandler sich erst einmal kennen lernen (ich nenn das gerne „die Ouvertüre“ einer Behandlung). Zudem führt physische Arbeit amRücken oftmals dazu, dass der Klient einen Teil seiner inneren Spannung loslassen kann, was in der folgenden feineren Arbeit von großem Vorteil sein kann. Neben zahlreichen anderen Vorteilen spielt noch einer eine besondere Rolle: in der physischen Arbeit am Rücken kannst du genau sehen und spüren, wie dieser Mensch in seinen drei Brennkammern zuhause ist – Kyo, Jitsu, Spannung, Emotionen, Abwehr, Willkommemn Sein und mehr erzählen dir so viel über diesen Menschen. Diese Info kann in der/n weiteren Behandlung/en eine große Bedeutung erhalten. Dann wird deine Arbeit keineswegs 08/15-mäßig nach Schema sein, sondern du kannst schon so früh in der Behandlung sehr differenziert auf diesen Menschen, seine Situation und Bedürfnisse eingehen.
Ich bin gespannt auf deinen weiteren Bericht.
herzlichr Grüße, Wilfried
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