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27. Oktober 2010 um 07:43 Uhr als Antwort auf: Shiatsu-Behandlung in Deutschland ohne Heilpraktiker #4306Wilfried RappeneckerModerator
Lieber Amitab,
Holger David (früher hieß er Holger Greinus und hat unter dem Namen drei Bücher zum Thema Shiatsu herausgebracht) hat vor über 10 Jahren eine Info-Broschüre zu solchen Rechtsfragen für Shiatsu-Praktiker geschrieben. Er schrieb mir nun, dass du diese Info-Broschüre immer noch bei ihm für 5,- € erhalten kannst:
Praxis Holger Michael David
Alfonsstr. 47
52070 Aachen
Mail: info@david-online.deherzliche Grüße,
Wilfried
6. Oktober 2010 um 16:12 Uhr als Antwort auf: Shiatsu-Behandlung in Deutschland ohne Heilpraktiker #4305Wilfried RappeneckerModeratorLieber Amitab,
hier wollte ich dir den zweiten Text anhängen, den Klaus Bernd Scholz mitgeschickt hat. Leider hat das nicht geklappt; vielleicht ein Fehler im Programm, in welchem das Forum programmiert ist. Du kannst beide Texte auch in der Geschäftsstelle der GSD erhalten. Bruno Endrich hat sie in seiner Zeit als GSD-vorstand geschrieben. Ich kann ihn dir aber auch auf Anfrage per Email zuschicken.
Liebe Grüße, WilfriedBeitrag geändert von: Wilfried_R, am: 2010/10/06 18:16
6. Oktober 2010 um 16:10 Uhr als Antwort auf: Shiatsu-Behandlung in Deutschland ohne Heilpraktiker #4304Wilfried RappeneckerModeratorLieber Amitab,
Frank Scholz, der im GSD-Vorstand für rechtliche Fragen zuständig ist, hat folgendes zu deiner Frage geschrieben:
Nach meinem Wissensstand ist es unbedingt ratsam folgende Begriffe für Flyer und auch in Gesprächen mit Klienten und Werbung aller Art [b:1vljwcu7]nicht[/b:1vljwcu7] zu verwenden. Behandlung, Diagnose, Praxis, Heilen, Symptome. Nicht etwas absolut behaupten, sondern immer „kann“ verwenden.
Es ist immer wieder darauf hinzuweisen, dass sich Shiatsu als ein Teil der Gesundheitsvorsorge versteht. Es ist kein Ersatz und will dies auch nicht sein, für eine ärztliche Diagnose und Behandlung.
Es soll auf Grund von Shiatsu auch keine ärztliche Behandlung unterlassen oder abgebrochen werden.
Die Geschäftsstelle der GSD schaut auch gerne Flyer und Werbung auf die Wortwahl durch.
Ich habe mich damals durch Thomas Bannenberg, Beratung, Bunsenstr. 23, Heidelberg Tel. 06221 805505 beraten lassen.
Ob sich Amitab freiberuflich oder gewerblich selbständig macht, bespricht er am besten mit seinem Steuerberater. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile steuerlicher Art, ich denke es kommt auf die Anfangsinvestitionen an.
Gerne kann mich Amitab auch zu weiteren Fragen anrufen.
Als Anhang sende ich noch zwei Artikel, die sich mit dem Thema beschäftigen.
Herzliche Grüße
Klaus Bernd Scholz, Shiatsu-Praktiker GSD
Tel. 0202 4603803Ich habe aber noch eine andere Frage an dich: Warum machst du nicht die HP-Prüfung, nachdem du deine Shiatsu-Ausbildung abgeschlossen hast? Ich persönlich bin der Ansicht, dass dies die notwendige Grundlage für ein therapeutisch orientiertes Shiatsu ist. Gleichzeitig musst du den ganzen \“Eiertanz\“ nicht mehr machen.
herzliche Grüße,
Wilfried
Wilfried RappeneckerModeratorLieber Beat, ich bin in meiner Klinikzeit dem Hashimoto-Syndrom begegnet, bisher nicht jedoch als Shiatsu-Therapeut.
Ksnnst du deine Frage bitte genauer formulieren? Was möchtest du über das Wissen hinaus, welches du im internet findest wissen?
herzliche Grüße,
Wilfried
Beitrag geändert von: Wilfried_R, am: 2010/10/01 14:50
2. September 2010 um 12:54 Uhr als Antwort auf: Behandlung bei enuresis nocturna bei einem 8 jährigen Jungen #4298Wilfried RappeneckerModeratorLiebe Ramona,
hier kommt noch eine Antwort, dieses Mal von Gabriele Kächele, die ebenfalls große Erfahrung in der Shiatsu-Arbeit mit Kindern hat. Liebe Grüße, Wilfried.
\“Hartnäckige Bettnässer so wie dieser 8jährige Junge haben nach meiner Erfahrung meistens eine problematische Wasser/Feuer-Achse, d.h. die Wasser-Bereiche wie Niere-/Blase-Bopunkte auf dem Bauch, Diagnosezonen und Yupunkte auf dem Rücken sehr kyo – dagegen die Feuerbereiche recht jitsu. So habe ich z.B. bei diesen Kindern immer gefunden, dass ihre Herz- und Herzregentzonen auf dem Rücken extrem jitsu waren. Behandle in diesem Sinne, Ramona, und sprich auch mit Kind und Mutter offen über das Problem. Allen Erwachsenen sollte klar sein, dass kein Kind auf der Welt gern ins Bett macht. Also ruhig Blut.
Auch sollten alle wissen, dass es gerade für Kinder Nahrungsmittel gibt, die das Feuer weiter entfachen (Zucker), bzw. das Wasserelement unterstützen (Algen).
Sieh mal zu, was sich da umsetzen lässt – viel Erfolg
wünscht Gaby Kaechele\“2. September 2010 um 12:52 Uhr als Antwort auf: Behandlung bei enuresis nocturna bei einem 8 jährigen Jungen #4297Wilfried RappeneckerModeratorLiebe Ramona,
Da ich selber keine Shiatsu-Erfahrung mit dieser Thematik habe, habe ich Karin Kalbantner-Wernicke und ihrem Mann Thomas Wernicke gefragt, die zusammen große Erfahrung in der Arbeit mit Kindern haben. Die beiden schrieben mir folgendes (Anmerkungen in Klammern von mir):\“Wir behandeln regelmäßig Kinder mit Enuresis. Nach unserer Erfahrung funktioniert Shonishin (japanische Kinderakupunktur) bei Enuresis besser als Shiatsu. Enuresis zu behandeln ist eine harte Nuss – bei lediglich 30 Prozent der mit Shonishin behandelten Kinder war ich erfolgreich – das allerdings sind 28 Prozent mehr als herkömmliche Behandlung. Klingelhosen und ähnliches haben unserer Erfahrung nach noch nie zu einem Erfolg geführt.
Hier ein paar Fakten zur Theorie der TCM für Enuresis – grob gesagt:
Es kommen hauptsächlich zwei unterschiedliche energetische Störungsmuster als Ursache in Frage — zum einen ein Nieren-Yang-Mangel, der der primären Enuresis entspricht und zum andern ein Milz-Ki- bzw. ein Lungen-Ki-Mangel, welcher der sekundären Enuresis entspricht.
– Das Nieren-Yang wärmt den unteren Erwärmer und ist dafür verantwortlich, dass die Blase den Harn halten kann. Da das Nieren-Yang nachts seinen niedrigsten Stand hat, kann es sehr leicht zu einer Nieren-Yang-Schwäche kommen. Ist diese Schwäche ausgeprägter als gewöhnlich, kann die Blase das Wasser nicht mehr kontrollieren und speichern — mit dem Resultat des nächtlichen Einnässens. Bl23 zu moxen ist hier erfolgversprechend!
– Milz und Lunge regulieren u. a. das Körperwasser. Während bei schwachem Milz-Qi die Flüssigkeit nicht richtig umgewandelt wird, findet bei einer Lungen-Qi-Schwäche eine unzureichende Regulierung der Körperflüssigkeit im oberen Erwärmer statt. Dadurch wird der Wasserfluss nach unten zur Blase gestört -s. auch Mutter-Kind-Regel-, was zum Einnässen führt.Im Shiatsu arbeiten wir hier auf der Keiraku-Ebene (Keiraku = Verbindungen traditioneller Meridiane von Arm und Bein) Lunge-Milz oder Dünndarm-Blase oder wenn ein noch früheres Thema vorliegt auf der Familien-Ebene dann meist die vordere Meridian-Familie (vordere Meridian-Familie = Magen-Milz + Dickdarm-Lunge). Oft funktioniert Dünndarm-Blase und noch zusätzlich Niere.
Traditionell wird in Japan wird viel auf dem Sacrum und Blasen-Meridian in LWS Bereich und Blasen-Meridian im Verlauf Beine behandelt. Ergänzend wird im Hara mit warmen Tüchern Ni und BL Zone gewärmt.\“
So weit die Antwort der beiden.
Liebe Grüße,
WilfriedWilfried RappeneckerModeratorLiebe Andrea,
Frag deine Klientin, welches Gefühl sie selber dazu hat, jetzt eine Shiatsu-Behandlung zu bekommen. Wenn sie selber ein gutes Gefühl hat, wenn sie Shiatsu bekommen möchte, dann spricht nichts dagegen, dass du mit ihr arbeitest. Die ausgleichende und verbindende Wirkung von Shiatsu kann die Symptome des Schleudertraumas u.U. deutlich lindern und ist bei einem Schleudertrauma meist indiziert.
Wenn du mit deiner Klientin arbeitest, dann wirst du natürlich Dehnungen, Bewegungen oder Zug an Kopf und HWS zunächst vermeiden. Am besten du beginnst die Behandlung an einer anderen Stelle des Körpers, an einer Stelle, die dir als \“besonders\“ auffällt. Die vorübergehenden Veränderungen im Nackenbereich als Folge des Traumas werden nämlich vom gesamten Organismus mitgetragen, d.h., er muss an anderen Stellen quasi Ausgleich schaffen für die Veränderungen im Nackenbereich. Solche Stellen fallen dir vielleicht spontan auf, wenn du den Körper betrachtest bzw. wenn du ihn in der Behandlung berührst.
Wenn du dann mit dem Schulter-Nacken-Kopf-Bereich arbeitest, versuche als erstes herauszufinden, welche Berührung deiner Klientin jetzt gut tut. Dazu kannst du sie auch fragen, was sie sich wünscht. Wahrscheinlich ist in der ersten Behandlung das bloße ruhige Halten des Nackens und des Kopfes das wichtigste und effektivste. Evtl. kannst du sehr leichte und synfte Bewegungen sowie leichten Daumendruck dazunehmen, letzteres wahrscheinlich aber erst in der Folgebehandlung. Sollte irgendeine Bewegung oder Berührung nicht gut für die Klientin sein, so wird sich ihr Nacken und wahrscheinlich noch mehr in ihrem Körper anspannen und du wirst den Widerstand spüren. Versuche niemals durch Widerstand hindurchzugehen – das gilt natürlich für Shiatsu generell.
Verbinde diesen Bereich über die Meridianarbeit mit dem ganzen Körper. und schau wie sich dabei der Schulter-Nacken-Bereich verändert.
Berichte doch, wie diese Behandlung für dich und für deine Klientin abgelaufen ist.
Liebe Grüße,
Wilfried
Wilfried RappeneckerModeratorLiebe Angelika,
Alex hat ja schon geantwortet. Da du deine Frage aber auch an mich driekt gerichtet hast, will ich dir auch noch antworten.
Deinen Worten entnehme ich, dass du dich in einer Shiatsu-Ausbildung befindest bzw. dass du noch keine große Praxiserfahrung in Shiatsu sammeln konntest.
Ich stimme Alex in allen Punkten zu. Sei dir deiner eigenen Grenzen bewusst und verweise ggf. einen Klienten an eine andere BehandlerIn, falls du es dir nicht zutraust, mit diesem Menschen zu arbeiten.
Andererseits, wenn nichts dagegen spricht, dann probier doch einfach mal, das in deiner Ausbildung Gelernte im konkreten Fall anzuwenden. Nur auf diese Weise kannst du wichtige praktische Erfahrungen gewinnen.
Widerstehe dabei der Versuchung, die Beschwerden \“beseitigen\“ zu wollen. Schau vielmehr, welche anderen auffälligen Bereiche gibt es im Körper deines Klienten. Es können die von Alex genannten sein, es können aber auch noch andere sein, wie z.B. die Fußgelenke, die Oberschenkel, das Hara mit den Leisten oder der Nacken. Schau dir natürlich auch den Ort der Beschwerden genau an. Wirkt der erschöpft oder müde oder wirkt der stark; fällt dir dort ein Kyo oder ein Jitsu, oder vielleicht ein Jitsu an der Oberfläche und ein Kyo in der Tiefe auf?
Frag genau nach, seit wann die Beschwerden bestehen, wodurch ausgelöst, wo sie genau sind und in welcher Tiefe, durch was sie besser werden oder schlimmer. Hat dein Klient bereits ärztliche oder andere Hilfe in Anspruch genommen? sind die Beschwerden sehr stark und zB. mit Taubheit, Muskelschwäche oder gar Lähmungen in den Beinen, so solltest du darauf bestehen, dass vor einer Shiatsu-Behandlung die Beschwerden erst medizinisch abgeklärt werden.
Schau auch danach, wie dein Klient mit den Beschwerden umgeht. Leidet er sehr, sind seine Emotionen stark beteiligt, nimmt er es eher stoisch hin oder beißt er die Zähne zusammen?
In all dem entsteht ein Bild in dir von diesem Klienten, das dich in deiner Behandlung leiten wird. In allen Fällen von starken Beschwerden und starker emotionaler Beteiligung und/ oder ausgeprägtem Kyo würde ich die Stelle der Schmerzen wie Alex es empfiehlt nicht berühren, allenfalls mit der Handfläche berühren.
Ansonsten aber leg mal die Hände auf diesen Bereich, erfahre, wie er sich anfühlt für dich, arbeite dann mit den anderen auffälligen Bereichen, setze dabei auch Meridianarbeit oder strukturelle Technken ein, und vergleiche danach Änderungen im Ausgangsbereich, dort wo die Beschwerden sind.
Weitere Hinweise findest du in einem Artikel zum Thema Shiatsu und Rückenschmerzen, den du findest unter:
http://forum.kientalerhof.ch/cms01/index. … &Itemid=46
bzw. auch unter:
http://www.schule-fuer-shiatsu.de/index … &Itemid=59Liebe Grüße und viel Freude bei deiner Arbeit,
Wilfried
Beitrag geändert von: Wilfried_R, am: 2010/08/26 10:29
Wilfried RappeneckerModeratorLieber Amitab,
Deinen Wunsch nach einen Unterforum kann ich gut verstehen.
Ich befürchte nun, dass ein solches Unterforum, zu dem nur die Teilnehmer einer bestimmten Ausbildungsgruppe (sei es nun eine Gruppe der ISS Kiental, der Schule für Shiatsu Hamburg oder einer anderen Shiatsu-Schule) Zugang haben, nicht möglich sein wird. Der Zugang zum Forum geht über die Registrierung zum Kientalerhof, d.h. für Kientalerhof-Website und für das Forum gibt es ein und dasselbe Registrierungsprozedere. Wer sich also für die Website des Kientalerhofes registriert hat, hat automatisch auch Zugang zum Forum – und umgekehrt.
Es tut mir leid, dass wir zur Zeit im Shiatsu-Forum eine solche Plattform für eure Gruppeninterne Kommunikation nicht einrichten können.
Weiterhin steht das Forum aber natürlich für eure Fragen an LehrerInnen oder andere erfahrene PraktikerInnen bereit.
Liebe Grüße aus Hamburg,
Wilfried
Wilfried RappeneckerModeratorLiebe Ramona,
leider ist der Online-Shop auf der Kientalerhof Website zur Zeit geschlossen. Er wird wohl erst wieder geöffnet, wenn wie geplant die Website neu gestaltet wird. Ich kann dir im Augenblick aber nicht sagen, wann das genau sein wird.
herzliche Grüße,
Wilfried
Wilfried RappeneckerModeratorLiebe Christine,
auf dem letzten Europäischen Shiatsu Kongress in Kiental 2007 war Shiatsu mit Multiple Sklerose Patienten eines der Themen. Du findest die Artikel der beiden Dozenten zu diesem Thema im Kongressheft, welches mit allen Beiträgen des Kongresses veröffentlicht wurde. Dieses Kongressheft 2007 kannst du beim Kientalerhof in der Schweiz bestellen: 0041-33-676 26 76 oder info@kientalerhof.ch.
Du kannst die beiden Lehrer des Kongresses 2007 auch direkt kontaktieren:
Peter von Blarer: peter_vonblarer@heilpraktikerschule.ch
und Alan Taylor(UK): alan.taylor@actually-uk.infoIm Internet kannst du zudem einen (englischen) Artikel zum Thema Shiatsu und Multiple Sklerose herunterladen, wenn du diese beiden Begriffe googelst. (Leider konnte ich diesen Beitrag nicht an diese Antwort anhängen.)
Viel Glück!
Wilfried
Beitrag geändert von: Wilfried_R, am: 2010/08/01 17:54
Wilfried RappeneckerModeratorLieber Beat,
Ich verstehe deine Frage so, dass du dich zu Beginn deiner Fallstudie vergewissern wolltest, keine Fehler in der Behandlung dieses Klienten mit einem Herzinfarkt in der Vergangenheit zu machen. Inzwischen scheinen sich deine Behandlungen positiv auszuwirken. Darum bleibt mir nicht viel, was ich schreiben könnte.
Grundsätzlich ist ein Herzinfarkt keine Kontraindikation für Shiatsu, auch nicht, wenn er gerade erst statt gefunden hat. Erleidet ein Klient die Symptome eines Herzinfarktes in der eigenen Praxis, so ist es natürlich absolute Priorität, dass der betroffene Mensch sofort in die Klinik kommt. (Dazzu muss man natürlich mit den entsprechenden Symptomen vertraut sein, was für einen Shiatsu-Therapeuten allerdings eine Selbstverständlichkeit sein sollte.)
So lange man auf den Notarzt wartet, sollte man den Klienten so lagern, wie er sich unter den gegebenen Umständen am wohlsten fühlt. Dann kann man beispielsweise den Herzmeridian am Arm behandeln – u.U. eine interessante Erfahrung, weil er sich deutlich anders anfühlen kann als sonst, z.B. blockiert mit vielen Knoten, die man mit Berührung „glätten“ kann. Die Berührung des Shiatsu kann auch die Angst mildern, die neben Schmerzen häufig mit einem Herzinfarkt einhergeht.
Wenn man Klienten nach einem Herzinfarkt in der Klinik besucht, kann man die behandelnden Ärzte fragen, ob man den Patienten im Krankenbett einfache Shiatsu-Behandlungen geben darf. U.U. gehr das sogar auf einer Intensivstation, wo Herzinfarkt-Patienten zuerst hinkommen. Das kann es dem Menschen erleichtern, zu entspannen. Menschen, die einen Herzinfarkt erlitten haben, zeigen häufig eine große Anspannung und eine Getrieben Sein, nicht zur Ruhe Kommen, was die Heilung erschweren kann.
In den Monaten und Jahren nach einem Herzinfarkt bestehen keine Kontraindikationen für Shiatsu.
Zu deinem Klienten: welche Medikamente erhält er denn, und inwiefern tragen sie deiner Ansicht nach zu Schlafstörungen und häufigem Wasserlassen bei?
Herzliche Grüße,
Wilfried
Wilfried RappeneckerModeratorLiebe Sisi,
Meinst du Lingen / Ems bei Münster? Dann frag doch mal beim Europäischen Shiatsu Institut (ESI) Münster an; Tel. 0251 43765; die haben vielleicht Absolventen oder fortgeschrittene StudentInnen in der Nähe.
Die GSD-Website gibt GSD-anerkannte PraktikerInnen nur in einiger Entfernung von Lingen an (z.B. Osnabrück und Umgebung). Nela Uphus in Bissendorf kann ich dir persönlich empfehlen: 0175-9 65 00 40. Schau aber selber mal auf diese Seite: http://www.shiatsu-gsd.de/PraktikerInnen
Schließlich findest du, wenn du „Lingen Shiatsu“ in eine der Suchmaschinen eingibst, den Hinweis auf Dagmar Tylinski: http://www.gesunder-mensch.de/9056_dagmar-tylinski-lingen.html Über die Qualität ihres Shiatsu kann ich allerdings keine Aussage machen; mir erscheint die Anzahl der von ihr angebotenen Methoden eher dagegen zu sprechen. Das beweist aber nichts und man müsste es ausprobieren.
Viel Glück bei deiner Suche und für deinen Cousin!
Wilfried
Wilfried RappeneckerModeratorLieber Sonnenschein, das bedaure ich, da deine Frage bestimmt für viele von großem Interesse war. Ich wollte sie eben beantworten.
Einen lieben Gruß,
WilfriedWilfried RappeneckerModeratorLieber Condor,
die Sache mit dem „[b:2p9nf729]Kontrollzwang[/b:2p9nf729]“ ist tatsächlich eine psychische Erkrankung, auf die wir mit Shiatsu kaum Einfluß nehmen können. Das gehört in die Hände eines Psychotherapeuten.
Was die [b:2p9nf729]frühkindliche Entwicklung[/b:2p9nf729] angeht, ist ein anderes Thema. Wir entwickeln uns im Laufe unseres Lebens ständig weiter. Es gibt Lebensbereiche, in denen wir stark sind und diese Bereiche werden uns im Erwachsenenleben auch keine Probleme bereiten. In anderen Bereichen brauchen wir Schutzräume, weil wir uns nicht sicher fühlen. Um das unsichere ICH zu schützen, bauen wir im Laufe der Zeit einen Schutzpanzer, den sog. Energiepanzer auf. Klienten, die mit einem solchen Schutzpanzer zu uns ins Shiatsu kommen, können diesen Energiepanzer, den wir in der Regel als „Energieblockaden“ wahrnehmen, öffnen und so an das ursprüngliche Thema gelangen, das zum Aufbau des Energiepanzers geführt hat.
Wenn auch die Klienten im Shiatsu-Setting achtsam sind für die Bewegung in ihrem Körper, wird sich der Energiepanzer nach und nach lösen. Die Klienten erleben dann den Zugang zu Körpersensationen, zu Gefühlen, zu Bildern, die das Wiedererleben der frühen Situation erlauben. Dann ist es möglich, auf der Ebene des Erwachsenen-Ich eine Änderung im Verhalten zu erlernen, das einem gesunden Persönlichkeitsstatus entspricht.
Es geht also
1. um das Bewußtwerden des Energiepanzers,
2. um die Achtsamkeit der inneren Bewegung und
3. um das Wahrnehmen der Reaktion (Bilder, Gefühle etc.)
Dies geschieht mittels Achtsamkeit im Shiatsu-Prozess und erlaubt ein genaues Beobachten des inneren Erlebens. In der Beobachterrolle entsteht ein innerer Freiraum, eine freie Entscheidung für eine Veränderung. Gewohnheitsmuster, unter denen wir leiden, können wir dann leichter bearbeiten. Und auch hier hilft Shiatsu, die Energie zu stärken, die die Kraft für die Veränderung bereit hält.Bei weiteren Fragen erreichst Du mich unter der Email: gaby.falk@gmx.de
Liebe Grüße von Gaby
Diese Antwort hat Gaby Falk mir zugeschickt, weil sie gerade nicht ins Forum hinein kam, um ihre Antwort dort selber hineinzustellen. Wilfried Rappenecker
25. April 2010 um 16:25 Uhr als Antwort auf: Was hat sich in meinen Behandlungen verändert, wie kann ich mich besser schützen/ vorbereiten #4278Wilfried RappeneckerModeratorLiebe Ramona,
Danke für deine Mail und deine Frage. Deine Schilderung hat mich sehr berührt. Du hast eine sehr intensive Resonanz-Erfahrung gemacht. Ähnliche Erfahrungen habe ich des Öfteren gehabt, wenn auch bisher nicht in solcher Intensität, wie du es hier erlebt hast.
Ich glaube nicht, das du etwas falsch gemacht oder hättest besser machen können. Deine Erfahrung zeigt dir, was Resonanz bedeuten kann. Resonanz kannst du nicht vermeiden, im Gegenteil, sie ist Voraussetzung für eine tiefere Wirkung von Shiatsu. Möglicherweise wirst du nach dieser Erfahrung allerdings nicht mehr so leicht von einem ähnlichen Ereignis überrumpelt werden können. Du wirst in Zukunft klarer und eher mit fester eigener innerer Struktur reagieren können.
Das Wichtigste ist hierbei meiner Ansicht nach, dass du deinen eigenen inneren Raum klar strukturierst in dem Sinne, dass du weißt, wer du bist, was zu dir gehört und was nicht zu dir gehört. Wenn du das von Beginn an klar spüren kannst, wird es für dich möglich sein, die u.U. sehr unangenehmen Einflüsse des energetischen Feldes eines Klienten leicht durchziehen zu lassen (\“Das sind nicht deine Empfindungen…setz dich ruhig und entspannt in deinem inneren Sessel zurück und schau ruhig zu.\“). Hierzu braucht es Wissen und Mut, Mut dich zu öffnen und es den Einflüssen auf diese Weise zu erleichtern, deinen Körper und dein Feld wieder zu verlassen. Wenn du in einer ähnlichen Situation keine Angst mehr empfindest, bist du einen großen Schritt weiter.
Entscheidend ist also meiner Ansicht nach, wie du mit dir selber umgehst, wie du in deinem Raum reifst und wächst. Dafür kannst du viel tun. die Shiatsu-Praxis selber, Übungen und Meditation u.ä. bieten gute Trainingsmöglichkeiten.
Der nächste Schritt ist dann, dir darüber Gedanken zu machen, was dir diese deine Empfindungen über diesen Klienten sagen, über seine Lebenssituation, seine Stärken und seine Belastungen. In diesem Fall hast du sehr konkrete Informationen über Belastungen erhalten, unter denen dieser Menschen steht.
All dies wird dazu führen, dass solche Ereignisse zwar immer noch nicht sehr angenehm, aber doch gut zu ertragen sind. Du wirst weiter Wege finden, wie du dich und dein Feld stärken und eindeutiger werden lassen kannst. Dazu gehören Übungen und Meditation ebenso wie Beobachtungen, wie du mit anderen Menschen und mit dich belastenden Situationen umgehst und was du darin verbessern kannst.
Dass die beiden Stimmen von Meike und mir zum richtigen Zeitpunkt auftauchten, zeigt mir übrigens auch, dass du auf einem guten Shiatsu-Weg bist, denn du hast dir intuitiv die nötige Unterstützung geholt.
Einen lieben Gruß,
Wilfried
Beitrag geändert von: Wilfried_R, am: 2010/04/25 18:28
Wilfried RappeneckerModeratorLiebe Cynthia,
Du hättest dieses Geschehen wahrscheinlich nicht verhindern können. Es hätte wahrscheinlich auch stattgefunden, wenn du sie nicht behandelt hättest. In deinem Bericht sehe ich keinen Hinweis darauf, dass du die akute Lumbago-Attacke durch einen Fehler in deiner Behandlung verursacht hättest.
Allerdings bringt natürlich eine Shiatsu-Behandlung das energetische Gefüge in Bewegung (was ja auch die eigentliche und erwünschte Wirkung von Shiatsu darstellt); in der Folge einer solchen Veränderung könen auch Ereignisse wie akute Lumbago auftreten. Die Beschewerden könen also durchaus eine Folge deiner Arbeit sein, jedoch nicht im Sinne einer falschen vorgehensweise sondern als Ausdruck einer positiven Bewegung im energetischen Gefüge. Meistens reagieren solche Beschwerden, wenn sie in Reaktion auf eine Shiatsu-Behandlung aufgetreten sind, gut und rasch auf eine erneute Shiatsu Behandlung.
Ja, man kann Ereignisse wie akute Lumbago sehr gut mit Shiatsu behandeln. Allerdings behandelst du dann nicht nur die Lumbago, sondern den ganzen Menschen, der diese Schmerzattacke erlebt. Da mag in der Tat der noch nicht verarbeiteter Verlust der Mutter ein Rolle spielen. Allerdings ist es sehr hilfreich, weiter zu schauen und eine Ahnung davon zu bekommen, warum dieser Mensch den Tod der Mutter ggf. noch nicht verarbeitetn konnte. Das heißt, welches sind andere relevante Erfahrungen dieses Menschen, die zusammen mit weiteren Faktoren den Hintergrund bilden, vor dem deine Klientin den Suizid ihrer Mutter verarbeitet?
Insgesamt kann dies eine interessante und sehr befriedigende Arbeit sein.
Einen lieben Gruß,
Wilfried
Wilfried RappeneckerModeratorLiebe/r Nicht-LehrerIn aus Wien,
es wurde wirklich Zeit, dass sich mal jemand anderes als die betreueden Lehrer traut, zu antworten. Wir wünschen uns noch viele solcher Beiträge wie dieser von dir! Danke, dass du den Mut dazu hattest.
Frühlingsgrüße (vorsichtige) von Berlin nach Wien,
Wilfried
Wilfried RappeneckerModeratorLiebe Olivia,
Meike hatte ihre Antwort unter \“Fragen an die Lehrer\“ ins Forum gestellt. Darum hast du sie nicht direkt gefunden. Ich habe sie für dich hierhin kopiert.(Ich verstehe selber nicht ganz warum es hier zwei verschiedene Unterforen für Shiatsu-Fragen gibt. Ich denke wir sollten das ändern.)
Wilfriedund hier Meikes Antwort:
Liebe Olivia,
vielen Dank für Deine interessante Frage. Ich habe daraufhin untersucht, wie ich Meridianverläufe finde.
Als erstes brauche ich einen Eindruck in welchem energetischen Zustand sich ein Meridian befindet. Diese Auskunft erhalte ich über die Diagnosezonen im Hara oder Rücken oder in mir vertrauten Meridianabschnitten. So empfinde ich z.B. dass sich Magen am Oberarm sehr ähnlich anfühlt wie Magen am Oberschenkel oder Blase am Oberarm wie Blase 1 am Rücken.
Damit habe ich eine Orientierung was die Meridianqualität angeht. Ich arbeite also nicht mit Bildern, so wie Du es beschrieben hast.In der Regel gibt es Unterschiede innerhalb eines Meridianverlaufs. Der Meridian ist nicht überall gleich. Dies hat einerseits mit kyo und jitsu zu tun und auch mit den anatomischen Strukturen. Der Meridian beeinflusst Muskeln, Gewebe, Knochen …., weil er darin schwingt und sie belebt. Es gibt also eine Meridianqualität, die Du in den unterschiedlichen anatomischen Strukturen wiederfinden und mit der Du in Kontakt bleiben kannst.
Um diese Wahrnehmung zu schulen, gibt es die Verlaufsbeschreibungen mit ihren anatomisch definierten Orientierungspunkten.Aus meiner Sicht brauchst Du sowohl ein Gefühl oder einen Kontakt zu einer Meridianqualität, als auch eine anatomische Orientierung, um Deine Wahrnehmung zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Dazu musst Du nicht jedes Knöchelchen auswendig lernen, aber ich empfehle Dir zumindest die Übergänge an den großen Gelenken und den Verlauf an großen Muskeln zu kennen. Wenn Du z.B. weißt, ob ein Meridian am medialen oder lateralen Muskelrand entlang zieht und wo die Übergänge an den Gelenken sind, dann hast Du eine gute Orientierung.
Dies kann eine sehr spannende Beschäftigung sein, weil Du so ein Bild vom Inneren des Körpers entwickelst. Im Laufe der Zeit und Erfahrung entsteht ein anderes Verständnis von der Einheit des Körpers, Zusammenhänge werden erfahrbar und die Fähigkeit die Aufmerksamkeit im Körperinneren ruhen zu lassen, z.B. beim Ganzkörperscanning wird klarer und konkreter.
Über die anatomischen Strukturen erfährst Du auch etwas über das energetische Organ, bzw. den Meridian, den es gibt Gründe warum sich die Meridiane dort befinden, wo sie sich befinden.
Ich wünsche Dir viel Freude bei diesem Abenteuer.Meike
Wilfried RappeneckerModeratorLieber Stefan,
Ja, es stimmt, dass du mit dem Klienten in Resonanz gehst, wenn du dich öffnest. Und das Öffnen ist gleichzeitig Voraussetzung dafür, dass du in Resonanz gehst und wahrnimmt auf der energetischen Ebene. Wenn ich mich öffne, setze ich mich auch dem Energiefeld des Empfängers aus mit allen seinen Problemen. Solche Probleme können mich beeinflussen, auch im unerwünschten Sinne.
Ich habe in meiner eigenen Ausbildungs-Zeit viele Lehrer kennen gelernt, die viele unterschiedliche Methoden vorschlugen, wie man sich da schützen kann. Da gibt es die Vorstellungen von schützenden Lichtglocken oder Kugeln resp. Kreisen, mit der ich mich umgeben kann, oder das Waschen der Hände mit kaltem Wasser, ggf. auch mit Salz nach jeder Behandlung. Wenn du dich umhörst, wirst du sicher noch viele andere Methoden finden, die alle eines gemeinsam haben, nämlich der eindeutigen Vorstellung, mich zu schützen.
Ich selber mache es so: ich öffne mich so weit ich kann, schütze mich so wenig wie möglich. Wenn ich dann spüre, dass ich “etwas eingefangen habe”, dann nehme ich das erstens bewusst wahr, zweitens ich stelle fest, dass das was ich da eingefangen habe, nicht meins ist, und drittens öffne ich mich noch weiter, mache mich noch durchlässiger und beschließe, dass es meinen Körperraum verlässt.
Das wirkt fast immer, innerhalb von max. 30 Minuten spüre ich nichts mehr davon. Wenn nicht, dann gehe ich davon aus, dass das Muster des Klienten auf ein eigenes von mir gestoßen ist, und dieses aktiviert hat. Dann muss ich mich mit meinem eigenen Muster auseinander setzen.
Wichtig ist, keine Angst vor dem zu haben, was da geschehen kann. Es ist grundsätzlich gutartig, insofern ich mir meiner selbst bewusst bin und auch die Kraft habe zu beschließen, dass es mich verlassen soll (oder eine andere Entscheidung, mich nicht beeinflussen zu lassen).
Einen lieben Gruß,
Wilfried
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