Tinnitus

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  • #17307

    Beat Frauchiger

    Teilnehmer

    Guten Tag!

    Ich habe eine Klientin mit dem Thema Tinnitus

    Ich bin mir nicht sicher, ob Tinnitus die richtige Formulierung ist, da die wahrgenommenen Geräusche sehr wahrscheinlich ihre Herztöne sind.
    Das Symptom trat erstmals auf, als sie nach einer Operation zwischen dem 3. und 4., sowie 4. und 5.Lendenwirbel aufgewacht ist. Die Operation fand im Zusammenhang mit einem Bandscheibenvorfall statt, und bei der Operation wurde Gewebe weggeschnitten.
    Dies ist nun 10 Jahre her. Das Geräusch kommt und geht. Es ist stärker auf dem linken Ohr. Stärker wird es auch,wenn die Klientin ihren Kopf nach rechts dreht. Ebenso wir es stärker, wenn sie zum Beispiel die Makko-Ho-Dehnung Blase/Niere macht. Hingegen verschwand es sofort, als ich die Klientin während dieser Dehnung angewiesen habe, eine tiefe Bauchatmung zu praktizieren, sowie sich innerlich beim Ausatmen ins Becken sinken zu lassen.

    Es sieht also danach aus, dass die Druckverhältnisse entlang der Wirbelsäule sowie der Spannung der Zwerchfellgegend eine Rolle spielen.

    Welche Faktoren ansonsten mitspielen könnten, sind mir noch schleierhaft…

    Ich hoffe, jemand kann mir noch Hinweise geben, welche Zusammenhänge da bestehen und auf was im Weiteren achten kann und muss.

    Vielen Dank für eure Anregungen,

    Herzlich,

    Beat

    #17322

    Mike Mandl

    Teilnehmer

    Lieber Beat,

    Wilfried hat mir deine Anfrage weitergeleitet. Ich arbeite viel mit Tinnitus Klient/inn/en und die Sache ist nicht wirklich einfach. Das ist zumindest meine Erfahrung. Vor allem wenn man nur mit den Händen arbeitet. Ich habe mich die letzten Jahr auch intensiv in die traditionelle chinesische Medizin vertieft. Hier gibt es viele Ansätze, die die Energetik von Tinnitus gut erklären können. Aber die Therapie ist ebenfalls nicht leicht, da es sich teils um sehr interne Muster handelt.

    Zwei Organe sind hauptsächlich beteiligt: Niere und Gallenblase. Es können aber auch Leber, Magen oder Dünndarm mit im Spiel sein. Und dann kommt es noch darauf an: Nieren Yin Mangel? Gallenblasen Hitze? Gallenblase Schleim Hitze? Etc… Sprich von der Ferne und ohne genau Differenzialdiagnose wird es schwer.

    Von deine Beschreibungen ausgehend würde ich jedoch auch einen Nieren Yin Mangel (würde auch den Abnutzungen in der LSW entsprechen) in Kombination mit Leber Qi Stagnation tippen. Das ist auch die Verbindung von Wirbelsäule und Zwerchfell. Daher tut die tiefe Atmung gut, weil diese das Leber Qi bewegt und die Nieren stärkt.

    Der Aufbau von Yin in den Nieren braucht Zeit und muss konsequent sein. Aber eben: Von der Ferne ist das alles schwer zu beurteilen.

    Hoffe trotzdem ein bisschen geholfen zu haben…

    LG aus Wien

    Mike Mandl

    #17340

    Wulf

    Teilnehmer

    Lieber Beat

    Wie Mike bereits geschrieben hat, ist Tinnitus echt ne Herausforderung, die es nötig macht, ein paar Details abzuklären. Aber du sagst selbst, dass es sich möglicherweise nicht wirklich um Tinnitus handelt.

    Seinen eigenen Herzschlag zu hören, oder ein Pochen im Kopf zu spüren, hat meiner Erfahrung nach sehr oft damit zu tun, dass der Nacken und Hals unter Spannung stehen. Ne Art Fülle im Hals und Kopf-Bereich. Sehr oft geht das mit Stagnation in der Galle und an der Vorderseite des Halses, dem Magenmeridian, einher. Manche beschreiben das Gefühl als seitlichen Druck auf die Kehle.

    Ich hab gute Erfahrungen damit, den Hals und den Trapezius gut und intensiv zu öffnen. Hier kann man mit GB 21 nen guten Akzent setzen. Die Behandlung des Gallen-Meridians seitlich am Kopf, z.B. mit dem Daumen, hat mir in solchen Fällen auch schon gute Dienste geleistet. Ebenso ist es sinnvoll, den Nacken gut zu behandeln, zu dehnen und zu öffnen. Oft empfiehlt sich auch MA 9 direkt zu behandeln. Über den Dickdarm Meridian am Arm und über die Hände kann man die Kopf-Nacken Partie gut aus der Peripherie erreichen. Der Magen hilft uns die Energie nach unten zu leiten, dabei können wir ihn mit der MA-MI-Dehnung als Hausaufgabe für die Klientin unterstützen.

    Das ist jetzt natürlich ein etwas symptombezogener Zugang, aber ohne die Klientin zu kennen, ist es schwer eine differenziertere Diagnose zu bieten. Wenn sie mal Erleichterung erfahren hat, kann sie vielleicht auch besser spüren woher das kommt.

    Aber probiers mal aus. Vielleicht hilft dir das weiter.

    Ganz liebe Grüße aus Wien.

    Wulf

    #17341

    Beat Frauchiger

    Teilnehmer

    Oi Mike,
    Sehr Leiwand von dir zu hören!

    Ja die Sache ist verzwickt. Ich bin froh über jeden Hinweis..

    Deine Ferneinschätzung gleicht meiner ersten Hara-Diagnose. Gallenblase UND Leber geschwächt, matt… (Ich verwende hier meine gefühlten Eindrücke)
    Kikai Tanden angespannt, aber wenig Präsenz, oberes Hara, vorallem HG und HE in Aufregung, angespannt.

    In der ersten Behandlung habe ich vor allem am Hara gearbeitet und an den 4 Fasziengürtel, unteres Hara, Zwerchfell, Brust, Schädel.

    – Hara sehr willkommen, entspannend, beruhigend, Gefühl von Frieden..
    – Zwerchfell viel Zug in verschiedene Richtungen…Spiralförmig…intensiv, doch es gab einen Faszienrelease.
    – Brust sehr schwer zu behandeln…viel Unruhe, viele verschiedene Richtungen…viele verschiedene Themen
    – Kopf war Release auch möglich aber ich nehme viel verschiedene Ungleichgewichte wahr und kann die noch nicht zuordnen.

    Klientin meldet sich nach 2 Tagen und sagt, dass die Geräusche am Tag nach der Behandlung stärker wahren und fast dauernd zu hören waren…

    In der Zweiten Behandlung habe ich eine Rücken-Diagnose gemacht. Herz/Magen-Seite sehr gespannt, viel Aktivität, Lunge jitsu, stagniert, Leber/Gallenblase Hart/stagniert,aber eher kyo
    mittlerer Rücken zusammegezogen, gespannt, (auch sehr schwache Atembewegung) Allgemein Brustkorb und Rippen sehr hart…Panzerähnlich….Nieren/Dünndarmbereich viel Spannung, Lendenbereich, vor allem DiagnoseZone Dickdarm und Blase eher schwach, inaktiv…

    Ich habe in der Behandlung vor allem den Rücken und die Wirbelsäue behandelt. Fokus Lendenwirbelbereich Dickdarm, links. Beckenschiefstand in Bauchlage rechts SIPS ca 1,3 cm superior, nach Behandlung ca. 4 mm.

    Patientin sagt in der dritten Behandlung, der Rücken habe sich nach der 2. Beh.viel freier angefühlt, doch nun sei ihr ab und zu das rechte Bein eingeschlafen. Als ich nachfrage erwähnt sie dass sie viel kalte Beine habe.

    Da die Geräusche direkt nach dem Aufwachen aus der Vollnarkose das erste Mal da waren, vermute ich einen direkten Zusammenhang mit dem operativen Eingriff. Die Operation fand statt, weil das linke Bein zum Teil gelähmt war…Sie erwähnt eine Beinlängendifferenz, das rechte Bein sei kürzer, schon seit Kindheit starke Rückenschmerzen, wahrscheinlich Skoliose…
    Skoliose kann ich keine wahrnehmen

    Sie ist Japanerin…gibt nicht über alles gerne Auskunft…familiäres Trauma in der Kindheit?…ihre eigene Geburt sei ohne Komplikationen von sich gegangen

    Sie hat eine Spirale seit 4 Jahren und daher fast keine Blutungen. 2 Kinder, 2 und 6, normale Geburten gehabt…mögliche Komplikationen im Unterleib oder Missbrauch sind bis jetzt nicht bekannt.

    Erwähnt eine positive Überraschung, konnte danach 2 Nächte nicht schlafen vor Aufregung…will aber nicht darüber sprechen…
    Fügt auf Nachfrage an, dass sie nie viel Schlaf gebraucht habe…5h seien genug, und bei Aufregung schlafe sie tendenziell schlecht, hole dies aber am Wochenende nach

    Mal weiterschauen. Habe ihr aufgetragen, jeden Tag für mindestens 10 Minuten den einen Punkt im Hara (Kikai Tandem) in der Konzentration zu halten und dadurch ein und auszuatmen…Mal schauen ob sie es macht und wie sich dies auf die Geräusche auswirkt.

    Danke dir für deine Unterstützung, falls dir noch was einfällt, danke!!! 🙂

    Fühl dich umarmt,
    Beat

    #17342

    Beat Frauchiger

    Teilnehmer

    Hey Wulf,

    Auch dir vielen Dank für deine Unterstützung!

    Die Fülle in Nacken und Hals ist definitiv vorhanden, so wie auch im oberen und mittleren Erwärmer

    Was mir noch eingefallen ist…Sie ist schwer reisekrank, muss bei langen Auto-oder Busfahrten immer Medis nehmen, da sie sich sonst übergeben muss.

    Liebe Grüsse, Beat

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