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Schlagwörter: Schleudertrauma
- Dieses Thema hat 2 Antworten sowie 2 Teilnehmer und wurde zuletzt vor vor 11 Jahren, 5 Monaten von Cristina aktualisiert.
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9. Oktober 2013 um 16:52 Uhr #6221CristinaTeilnehmer
Liebe Shiatsu Family
Noch eine Frage:
Hat jemand Erfahrung mit Schleudertrauma und Shiatsu?
Was hilft und was für dounts gibt es.
Herzlich Dank im voraus
Cristina
10. Oktober 2013 um 11:36 Uhr #6222Wilfried RappeneckerModeratorLiebe Cristina,
Menschen, die eine HWS-Schleudertrauma erlitten haben, reagieren oft sehr gut auf Shiatsu.
Zunächst einmal ist es notwendig in Erfahrung zu bringen, welche Beschwerden die betreffende Person nach dem Schleudertrauma entwickelt hat. Diese können sehr unterschiedlich ausfallen, abhängig von den Körpermustern des Menschen vor dem Unfall. Typische mögliche Beschwerden sind:
Nacken- und Schulterschmerzen
Kopfschmerzen. ggf auch brennende oder stechende Schmerzen im Hinterkopf
Schmerzen und/oder Missempfindungen in Gesicht und Armen
Benommenheit, Aufmerksamkeitsstörungen, Desorientierung
Hör- und Sehstörungen, Einschränkungen des Gesichtsfeldes
Rasche Erschöpfbarkeit, dabei oft SchlafstörungenMittel und langfristig können auftreten (da der Nacken ein energetisches und emotionales Steuerungsorgan darstellt):
seelische Belastungen und Krisenerleben
Mitunter werden auch alte Probleme und Krisenerfahrungen durch das Schleudertrauma erneut aktiviert, obwohl sie u.U. vor langer Zeit akut waren und vielleicht sogar vergessen waren.
In der praktischen Arbeit steht zum einen der Nacken, Kopf und Schulterbereich im Fokus. Hier ist eine feine und sensible Arbeit gefragt, welche die aktuellen energetischen und physischen Muster dieser Region berücksichtigt, die gleich zeitig aber auch keine Scheu hat, achtsam tiefer zu berühren, wenn der Körper dieses Bedürfnis signalisiert. Potentiell können alle Nacken-Techniken zur Anwendung kommen, welche du gelernt hast, insofern du sie einfühlsam einsetzt und keine Grenzen und Widerstände überschreitest (das sind die „Don’ts“). Starke Dehnungen oder Rotationen können die Beschwerden u.U. verstärken. Liegt das Trauma erst kurz zurück, so steht die Stabilisierung und die Vertrauensbildung mit haltenden Techniken sachter Ausführung der anderen Techniken im Vordergrund. Später ist auch die Korrektur mittels spezieller (z.B. struktureller) Techniken möglich.
Zum anderen achte auf die Fernbereiche, welche der Körper des Klienten dir anbietet. Hier kommen alle Bereiche des Körpers infrage; lass dich von der Körpersprache und von deiner Intuition leiten und arbeite dort mit Bezug zum Schulter-Nacken-Kopf-Bereich.
Wenn du Meridianarbeit einsetzt, so folge den Prinzipien dieser Arbeit, so wie du sie gelernt hast. Wenn du Strukturarbeit einsetzen möchtest, so gehe achtsam vor und achte vor allem auf alle Widerstände von seiten des Empfängers; versuche nicht, sie zu überdecken oder zu durchbrechen (das sind wie gesagt die „Don’ts“), sondern respektiere sie.
Schließlich trifft ein Schleudertrauma immer auf eine vorbestehende Lebenssituation. schau also, welche sonstigen Lebensthemen im Augenblick aktuell sind und arbeite auf deine Weise auch mit diesen.
Du siehst, ein spannendes und komplexes Unternehmen; und dabei sehr lohnend. Viel Freude dabei!
Wilfried Rappenecker
11. Oktober 2013 um 23:35 Uhr #6229CristinaTeilnehmerLieber Wilfried,
vielen Dank für deine Antwort.
Hat mir Mut gegeben’s mal zu versuchen.
Herzlich Cristina
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