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Schlagwörter: M. Bechterew, medizinische Diagnose
- Dieses Thema hat 1 Antwort sowie 2 Teilnehmer und wurde zuletzt vor vor 10 Jahren, 6 Monaten von Wilfried Rappenecker aktualisiert.
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6. Oktober 2014 um 10:45 Uhr #8920Jana IrisTeilnehmer
Hallo liebe Lehrer und liebe Kollegen
ich habe einen Klienten, der seit Jugendalter an M. Bechterew erkrankt ist und seitdem immer wieder an heftigen rheumatischen Schüben leidet, die damit verbunden sind. Die Diagnose ist erst vor wenigen Jahren gestellt worden, sodass er über 15 Jahre mit massiven Schmerzen gelebt hat, die als psychosomatisch eingestuft wurden. Bis zu seinem 20. Lebensjahr ist er sehr erfolgreich im nationalen Radsport gefahren, bis er dies aufgrund seiner Erkrankung aufgeben musste. Seit einigen Wochen hat er starke Schmerzen im seitlichen Brustkorb. Seine Masseurin befürchtet, dass es sich dabei im eine Diskushernie in der BWS handelt. Dies ist bisher jedoch nicht ärztlich bestätigt. Für mich auffällig ist eine sehr grade, aufrechte Haltung des Klienten mit sehr wenig Beweglichkeit in der BWS.
Meine Frage ist, wie ich am besten an die Behandlung rangehe; insbesondere während den akuten Schmerzschüben. Auch verunsichert mich die unklare Diagnose bzgl. der möglichen Diskushernie.
Vielen Dank für eure Rückmeldung.
6. Oktober 2014 um 11:26 Uhr #8921Wilfried RappeneckerModeratorLiebe Jana Iris,
Es ist nicht einfach, dir hier eine Empfehlung zu geben, zu unterschiedlich sind die energetischen Muster, welche mit einem M. Bechterew einhergehen können. Hinzu kommt die Unsicherheit, ob es sich wirklich im Sinne der Schulmedizin um einen Morbus Bechterew handelt. Mitunter werden solche Diagnosen auch gestellt, um „dem Kind endlich einen Namen zu geben“, auch wenn die Datenlage für eine solche Diagnose eher dürftig ist.
Wenn du also mit diesem Mann arbeitest, dann “vergiss” die medizinische Diagnose Morbus Bechterew!!! Diese Diagnose sagt dir nichts darüber, was mit ihm los ist, was bei ihm energetisch geschieht, noch wie du mit ihm arbeiten kannst oder solltest. Schau dir aufmerksam seine Muster (Körper, Hara, Rücken) und deren Veränderungen unter deinen Behandlungen an – auch mit den „Augen“ des Ganzkörperschauens. Arbeite direkt mit den jeweils schmerzhaften Stellen mit den Techniken des Lokalen Shiatsu, und vergiss nicht die Gegenpole.
Versuche zu verstehen, wer dieser Mann ist und warum er so ist wie er ist: offensichtlich zeigt er nicht die normale Lendenlordose und Brustkyphose sondern hat einen auffallend graden Rücken. Gleichzeitig muss er ja recht sportlich sein, sonst wäre er kein erfolgreicher Sportler gewesen. Da frage ich mich, ob er vielleicht unter erheblichem Leistungsdruck oder unter anderem erheblichem Druck steht. Wenn ja, wo zeigt sich das in seinem Körper am deutlichsten – und wo ist die ganz andere Seite von ihm zuhause, die verletzliche Seite und z.B. eine, die sich danach sehnt, geborgen zu sein? Wenn es ein BS-Vorfall im Bereich der BWS sein sollte: kannst du vom Muster seines mittleren Rückens her (so wie du es wahrnimmst) beschreiben, wo ein solcher BS-Vorfall am wahrscheinlichsten liegen könnte – das kann man ja meist auch spüren. Dann kannst du achtsam dort auch arbeiten.
Lass dich von dem leiten, was du findest und unterwegs immer wieder entdeckst. Lass dich nicht von der medizinischen Diagnose in deiner Wahrnehmung dieses Menschen einschränken, und lass dir von ihr auch nicht vorschreiben, was du zu tun hast. Finde das selber heraus.
Viel Freude in der Arbeit mit diesem Menschen wänsche ich dir,
Wilfried
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