Shiatsu-Forum › Foren › Shiatsu Forum › Skoliose operativ begradigt
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23. Oktober 2013 um 09:42 Uhr #6249Jana IrisTeilnehmer
Hallo zusammen
Ich habe eine Klientin mit einer operativ begradigten Skoliose (seit 8 Jahren), einer operativ behandelten
Diskushernie HWS und einer künstlichen Bandscheibe BWS. Ausserdem akut einen Protrusio LWS, bei dem ein operativer Eingriff vorgesehen ist. Die Klientin hat grosse Beschwerden beim Stehen und Gehen.
Was muss ich beim Behandeln beachten, z.B. wenn ich am Rücken arbeite. Was wäre sinnvoll zu behandeln?
Danke für Rückmeldungen!
Grüsse Jana
31. Oktober 2013 um 00:07 Uhr #6431Wilfried RappeneckerModeratorLiebe Jana,
Charlotte Engel hat folgende Antwort auf deine Frage geschrieben, die ich für sie ins Forum stelle:Liebe Jana,
das hört sich nach einem Fall an, an den du mit extremer Behutsamkeit rangehen solltest. Ich rate dir mit der/dem Ärztin/Arzt abzusprechen, ob diese Frau mit Shiatsu behandelt werden darf und wenn ja, was du von ärztlicher Seite bedenken musst. Diese Absicherung wird dir und deiner Klientin Sicherheit und Mut machen. Am wichtigsten ist das Anliegen der Klientin zu besprechen, damit nicht später Erwartungen enttäuscht werden und ihr drucklos arbeiten könnt.Die Wirbelsäule scheint sich immer wieder Auswege zu suchen, um mit ihren Kraftverhältnissen in Einklang zu kommen. Sie ist operativ begradigt worden, also in ihrer eigentlichen Richtung und Bewegung gestoppt. Es wird voraussichtlich ein besonderes Spannungsfeld sein unter deinen Händen.
Für mich wäre wichtig zu erspüren, wie sich die Richtung der Bewegung im Körper anfühlt, mit welcher Wandlungsphase haben wir es hier am deutlichsten zu tun? Zum Beispiel Feuer, dass sich in alle Richtungen ausbreitet oder Holz das nicht weiß wo es hin soll mit seiner Spannung?
Was gibt es sonst noch für Hinweise auf die Wandlungsphasen? Wie wirkt die Person auf dich? Wo zeigen sich welche Wandlungsphasen im Körper und was fällt am meisten auf? Kannst du sie überhaupt auf den Rücken legen lassen? Wo sind dann die Schmerzen? Was sagt die Haradiagnose? Da sind ganz viele Fragen, auf die es lohnenswert ist einzugehen.
Grundsätzlich ist die Unterpolsterung in jeder Lage wichtig bei dieser Person. Eine Schulter, eine Hüfte, re/li LWS, Nacken, oder wo auch immer sich es anbietet und angenehm ist, damit du möglichst einen guten Widerdruck von unten beim Behandeln hast. Wenn es möglich ist, kann du sie in jeder Position behandeln, in Absprache mit ihr und ständigem Feedback.
Ich würde sehr dosiert arbeiten und mit weitem Blick auf die energetischen Felder schauen und diese behandeln. Also, wo ist mehr Energie, oben oder unten, außen oder innen, wo zieht sie hin? Nicht zu starke Dehnungen, nicht zu starke Rotationen, eine sanfte Behandlungsserie bei der du dich immer vertrauter mit ihr und sie sich mit dir machen kann. Die Mutterhand wird ebenfalls einen entscheidenden Aspekt haben. Sie gilt es mit angemessenem Verlagerungsdruck besonders in der Aufmerksamkeit zu haben, denn die normale Tiefe im Kontakt mit der Mutterhand kann ich mir hier in diesem Fall nicht regelrecht vorstellen.
Genaue Meridiane oder Meridianpunkte möchte ich dir hier nicht nennen in der Ferndiagnose. Schau was sich wie sonst bei anderen Klienten in der Haradiagnose zeigt und stelle die Behandlung ganz speziell auf diese Person ein.
Das sind einige Gedanken, die mir bei deiner Frage kommen. Ich wünsche dir gute Erfahrungen, viel Achtsamkeit und Mut.
Liebe GrüßeCharlotte
31. Oktober 2013 um 00:17 Uhr #6432Wilfried RappeneckerModeratorLiebe Jana,
auch Franziska von Schinckel hat dir eine Antwort geschrieben. Hier ist sie:
Liebe Jana
mit solch einer Diagnose, lasse ich nach einer eingehenden Befragung mir ersteinmal Arztberichte und Röntgenbilder zeigen, um einschätzen zu können, ob ich wirklich die Kompetenz habe diese Klientin zu behandeln.
Mit solch einem Beschwerdebild ist es möglicherweise sinnvoll, dass neben Shiatsu auch mit anderen Therapieansätzen gearbeitet wird. Ich lasse mir von der Klientin zeigen, welche Bewegungen sie machen kann, welche Einschränkungen sie in der Bewegung hat oder nicht in der Lage ist durchzuführen.Du schreibst es steht eine weitere Operation an.
So wie ich Dich verstehe, ist gesamthaft die Wirbelsäule betroffen.Meine Frage ist ersteinmal, hat Deine Klientin seit Geburt eine Skoliose oder kam das erst in der Pubertät oder später? Was macht sie beruflich? Wie kommt es dazu, dass ihr Rückgrat so instabil ist. Hat sie organische Erkrankungen, sehr viel Stress…etc.? Osteoporose?
Was hat sie bisher, ausser Operationen dazu beigetragen, dass ihr Rücken mehr in die Aufrichtung strebt? Welche rückenstärkenden Übungen wurden ihr vermittelt, was macht sie persönlich mit der Ernährung (Säure-Base-Haushalt), wie ist ihr Lebenswandel.? Ist sie bereit Körperübungen auszuführen? Bist Du in der Lage sie darin anzuleiten oder braucht es eine fachlich kompetente Person, die Entspannungs- und/oder Muskelaufbaustärkende Übungen vermitteln kann?
Du schreibst sie habe Schmerzen beim Stehen und beim Laufen. Hast Du eine Standdiagnose gemacht, ihr beim Laufen zugeschaut? Hat sie Beinlängenunterschiede? Wie beweglich ist ihr Becken? Was für Bewegungsmuster hat sie wenn sie nach vorne, zurück, seitwärts läuft? Schwingen ihre Arme mit? Was fällt Dir dabei noch auf? Kann sie sich vorneüber beugen?
Wie fühlt sich ihr Rücken an? Bei flächiger Berührung? Wo fühlst Du Dich eingeladen zu berühren? Spüre, was unter Deinen Händen passiert. Wo kommt Dir Atmung entgegen, wo löst sich etwas? Was an Berührung braucht es, dass die Geschichte Deiner Klientin gehört wird.
Für was steht denn der Rücken? Die Wirbelsäule? Welche Meridiane verlaufen dort? Wie sieht es mit den Yu-Punkten aus? Seiki Sei Sen behandeln, zwischen den Dornfortsätzen mit ganz leichtem Kontakt. Zwischenräume aufdehnen, weiten Atemräume finden. Achtsam halten, verbinden.
Wie ist ihre Nierenenergie?
“ Da die Nieren die Knochen und insbesondere den unteren Rücken kontrollieren, verweisen Rückenschmerzen im Lumbalbereich auf ein Nieren- oder Blasen-Ungleichgewicht“.
“ Der Blasenmeridian beherrscht die Wirbelsäule und die physische Struktur des Rückens. Auf der psychischen Ebene symbolisiert die Blase unser Rückgrat und Entschlossenheit.“In der Seitenlage, vielleicht mit Unterlegen mit Hilfe eines Kissens unter der Taillie, kannst Du sehr schön eine Haltetechnik einsetzten, indem Du flächig eine Hand auf das Sakrum auflegst und mit der anderen Hand am Occiput hälst – wenn Du Bewegung wahrnimmst zwischen Deinen Händen, dann kannst Du mit Fazienzug arbeiten und Dich führen lassen in ihrer Bewegung. Auch in Rückenlage, mit aufgestellten Beinen hast Du sehr gute Möglichkeit, am Nierenmeridian im Bauchraum in der Tiefe zu arbeiten, ebenso eine Hand unter das Sakrum zu legen und ebenfalls zu schauen, ob das Becken Bewegung zulässt.
Vielleicht hilft Dir dieses kleine Sammelsurium – wünsche Dir viel Freude beim Entdecken…
Ich selbst hatte kürzlich eine 86-jährige Klientin mit einer starken Skoliose und 16 Schrauben in der Wirbelsäule. Ihr Rückenmuskulatur war extrem verhärtet. Daher habe ich ersteinmal mit Haltetechniken gearbeitet, damit sie sich mehr entspannen konnte. Erst dann habe ich mit Meridianarbeit begonnen. Dehnungen haben ihr grosse Erleichterung gebracht. Schon nach der 1. Behandlung, äusserte sich die Klientin sehr positiv über die Wirkungsweise von Shiatsu, was auch einen Gesamteinfluss auf ihre Aufrichtung brachte und somit konnte sie ihre Schmerzmittel nach mehreren Sitzungen langsam reduzieren.
Mit lieben Gruss
Franziska -
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