Shiatsu-Forum › Foren › Shiatsu Forum › Manische Episode mit psychotischer Symptomatik bei einer bipolaren Störung
Schlagwörter: Manie
- Dieses Thema hat 3 Antworten sowie 3 Teilnehmer und wurde zuletzt vor vor 11 Jahren, 6 Monaten von zatoishi aktualisiert.
-
AutorBeiträge
-
24. September 2013 um 15:49 Uhr #6157zatoishiTeilnehmer
Liebe Lehrer,
Dies ist die Diagnose eines 31j. Mannes, welcher zu mir in die Behandlung kommt. Er war in der psychiatrischen Anstalt zur fürsorgerischen Unterbringung. Seit dieser Zeit bekommt er Medikamente, eines davon ist Seroquel und das andere Orfiril Long.
Er ist in Begriff, diese schrittweise in Absprache mit seinem Psychiater abzusetzen.
Seine Manie war begleitet von leichten Wahnvorstellungen, er hatte fast nichts mehr geschlafen, war hyperaktiv. Es gäbe noch viel anzufügen, doch meine Hauptfrage ist, ob jemand Erfahrung hat mit Klienten, welche unter Medikamenteneinfluss sind, und was ich vielleicht beachten muss.
Zum Beispiel erscheint mir sein Leber-Ki sehr stagniert, ich möchte seine Energie aber keinesfalls zu sehr aufsteigen lassen, da es dem Klienten an Ideen und Visionen nicht mangelt…was muss ich beachten?
Gibt es Shiatsu-bezogene Lektüre im Umgang mit manischen Menschen?
Herzlichen Dank für Anregungen und Ideen!
Z
24. September 2013 um 20:39 Uhr #6158Wilfried RappeneckerModeratorHallo Z!
hast du die Antworten (u.a. von Gaby Falk) zu einem nahezu gleichen gleichen Thema von Anfang September gelesen? Schau sie dir mal an.
Meines Wissens gibt es keine Shiatsu-bezogene Literatur zur Arbeit mit manischen Menschen.
herzliche Grüße,
Wilfried
26. September 2013 um 18:41 Uhr #6177Gaby FalkTeilnehmerHallo Zatoishi,
es ist tatsächlich nicht immer einfach, mit manisch-depressiven Menschen zu arbeiten. Ganz wichtig ist, daß Du sicher sein kannst, daß der Kontakt zum Psychiater regelmäßig stattfindet, denn es kann bei diesem Krankheitsbild sehr schnell gravierende Veränderungen geben. Deshalb schaut der Facharzt regelmäßig nach der richtigen Dosierung der Medikamente.
Wenn dies gewährleistet ist, kannst Du Shiatsu geben. Bitte laß Euch beiden Zeit, geh nicht von Anfang an in die Tiefe, einfach um zu spüren, wie stark Dein Klient auf Shiatsu reagiert. Auf der sicheren Seite bist Du, wenn Du Blasen- und Magenmeridian regelmäßig behandelst, zusätzlich zur aktuellen Hara-Befundung.
Wenn der Lebermeridian sehr bedürftig ist, möchte ich Dir vorschlagen, ableitend zu arbeiten, d.h. die Energie nach unten zu leiten, womit ich auch meine, nur an den Beinen zu arbeiten. Das Öffnen nach oben in die Leber-Dehnung kann zu viel Energie freisetzen, so daß ein psychotischer Schub begünstigt wird. Und wie gesagt: sehr sanft arbeiten.
Das sanfte Arbeiten schlage ich auch deshalb vor, weil Deine Nachricht so klingt, als ob der Klient erst vor kurzem akut psychiatrisch behandelt werden mußte. Das bedeutet, er ist noch nicht stabil, möglicherweise können kleine Auslöser im Alltag eine Verschlechterung hervorrufen. Es dauert oft einige Monate, bis die medikamentöse Einstellung stabil ist, und deshalb bitte nicht viel provozieren, aber mit Magen- und Blasenmeridian das Stabilisieren unterstützen.
Dies schreibe ich aufgrund meiner Erfahrung mit Psychotikern, die ich in vielen Jahren Klinikarbeit und ambulanter Begleitung sammeln konnte. Auch ich weiß bisher nichts über schriftliche Studien zu diesem Thema.
Viel Erfolg und liebe Grüße
Gaby
4. Oktober 2013 um 10:18 Uhr #6190zatoishiTeilnehmerliebe gaby,
vielen dank für deine antwort!
ja, der klient geht zum Psychiater, er erwähnte aber, dass dies vor allem der medis wegen sei. nach einer Blutuntersuchung hat der Psychiater die Dosierung des seroquel von 800 auf 400 herabgessetzt, da im blut eine säure, die vom seroquel herstammt(weiss nicht was genau) zuviel gewesen sei.
ja die Medikamente…
ich sehe auf der einen seite die Notwendigkeit, da diese in diesem fall hier meinem Klienten ermöglicht haben, wieder zu schlafen und nicht allzu starken gefühlsschwankungen ausgesetzt zu sein. der klient hatte sie zum teil nicht mehr regelmässig eingenommen, davon habe ich ihm abgeraten, auch habe ich ihn aufgefordert, das langsame absetzen der Medikamente in absprache mit dem Psychiater durchzuführen. dies hat er dann auch getan.
auf der anderen seite werden diese Medikamente ziemlich flächendeckend eingesetzt, egal ob manie, Schizophrenie oder Depressionen. dies ermöglicht den Menschen zwar eine art „funktionieren“ in der Gesellschaft, doch wie kann man aus diesem zustand wieder herausfinden? wie kann man selber wieder lernen, mit den hoch und tiefs umzugehen, emotional und spirituel selbständig sein? auf alle fälle gibt es da von der seite des Psychiaters her keine ansätze. in der letzten Sitzung sagte der klient auf meine frage, wie er sich fühle, „gut, es geht mir immer gut, ist das nicht unreal?“
sollte ich ihm vielleicht auch anraten, einen anderen Psychiater aufzusuchen?
einfluss der medis im shiatsu:
bei der ersten Behandlung nahm ich bei dem Klienten ab dem 2. erwärmer an aufwärts wie eine art schleier, nebel wahr. der ganze brustraum erweckte den eindruck, er stecke in einem Korsett. auch sah es so aus, als ob sich der ganze Oberkörper, vorallem der 1. und 2. erwärmer zur Wirbelsäule hin ziehen. Wirbelsäule war steif, fast wie gefroren. der schleier war am stärksten am Kopf, um die Stirn herum. die Meridiane fast nicht erfassbar, auch in der Berührung erschien alles neblig, wie trübes wasser, schon fast schlammig.
ja, ich habe wirklich das gefühl, dass diese Wahrnehmungen einen direkten zusammenhang mit den Medikamenten haben. auch nimmt der Empfänger selber nichts wahr. als habe er kein zugang zu seinem körper. alles was er wahrnimmt, ist sein Übergewicht, dass auch eine Nebenwirkung der Medikamenten ist.
was noch dazukommt, ist, dass er jede nacht bis zu 10 stunden schläft, und auch dann fällt es ihm schwer, aufzustehen.
interessant, dass du blase und magen erwähnst…
neben dem leber-kyo hatte ich nun schon mehrmals die Beziehung herzgouverneur(eher jitsu) und blase(eher kyo, kalt, keine Bewegung, gewebe in der diagnosezone hart).
Habe hg immer nur an den Händen und Unterarmen vorsichtig behandelt, und vor allem am Blasenmeridian gearbeitet. habe aber immer sehr tief gearbeitet. Aufmerksam, mit innerer weite, aber tief. ->Nervensystem beruhigen, in die eigene tiefe, ruhe und kraft kommen. auch hier hatte ich den eindruck, dass die Meridiane fast wie verschüttet, begraben sind. Ich fand den festen, tiefen und physischen kontakt besser geeignet, damit der klient mit sich in kontakt kommt/bleibt. hingegen war es dann so, dass der klient die ganze zeit so tief im para war, dass er von der Behandlung praktisch nichts bewusst mitbekommen hatte. so hatte ich nun in der letzten Behandlung auch begonnen, etwas dynamischer zu behandeln. er war auch viel präsenter in der letzten Behandlung, nimmt aber immer noch praktisch nichts in seinem Körper wahr, ausser der kälte im sakrumbereich.
die arbeit am Blasenmeridian war auch von teilweise strukturellen techniken an der Wirbelsäule begleitet, vor allem in der rückendiagnosezone des herzens und de herzgouverneurs, da gab es auf der physischen ebene viele Anspannungen und eine enge. energetisch war die Blockade vorallem im sakrum Bereich. interessant ist, dass der Empfänger nun seit den letzten 2 Behandlungen selber eine kälte im sakrumbereich wahrnimmt. werde mich dem widmen
in der letzten Behandlung habe ich nun auch mal mit dem hg im brustbereich gearbeitet. der Empfänger hatte nach einer Behandlung erwähnt. dass er das tiefe einsinken auf dem konzeptionsgefäss in der hg-diagnosezone als sehr angenehm empfand. dies hatte ich in der letzten Behandlung wieder aufgenommen.
magen erschien auch schon mal als Thema, vorallem in dem magenabschnitt um den Hals. während der arbeit in der nackengegend „fiel“ ich da fast rein, und es gab viele Reaktionen am körper. weiss auch nicht wieso, aber ich hatte dann das Thema erde nicht weiter beachtet. ausser an den beinen und füssen, aber in kontakt mit dem milzmeridian( die Innenseite der beine wirkt leer, auch knicken die füsse nach innen ein) nahm ich eine grosse Unruhe, ja eine art fieber wahr, und ich wusste nicht recht bis jetzt, wie mit dem zu arbeiten sei.
erst nach der letzten Behandlung habe ich mal den 5 Elementen-Zyklen gewidmet und da fiel mir auf, dass die erde zu stärken wirklich das zentrale und am meisten unterstützende Thema sein könnte. vor allem mit der Ernährung zu arbeiten. den körper stärken, harmonisieren, beruhigen. weisst du, ob es da Studien gibt im zusammenhang mit Nahrung und bipolaren Störungen?
Leber: puh, ich bin mir nicht sicher, ob wir die Richtung eines meridianflusses wirklich beeinflussen können. ich werde mal in der tcm-literatur nachkucken, ob ich spezifische tsubos finden kann, um das organ leber zu unterstützen oder zu reinigen. der einfluss der Medikamente auf die leber ist sicherlich nicht zu unterschätzen. vielleicht macht es auch mehr sinn, die leber und das System im allgemeinen mit Diäten und reinigungskuren zu unterstützen, und das Leber-kyo so anzugehen. wiegesagt, Visionen und Ideen mehr als genug, auch ist er musikalisch sehr produktiv. hm…
werde dich auf dem laufenden halten…
Herzlich,
Z
-
AutorBeiträge
- Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.