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Schlagwörter: Bewusstheit, Bewusstsein, Resonanzraum
- Dieses Thema hat 1 Antwort sowie 2 Teilnehmer und wurde zuletzt vor vor 1 Monat, 2 Wochen von Wilfried Rappenecker aktualisiert.
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5. März 2026 um 20:47 Uhr #19889bodoletteTeilnehmer
Mich beschäftigt gerade eine Frage: Shiatsu funktioniert u.a. dann am besten, wenn wir uns ganz zeigen, also mit allem was uns ausmacht in die Behandlung gehen. Wir geben somit am besten alle Facetten unseres individuellen Seins in den Resonanzraum. Bedeutet dies im Umkehrschluss, dass, wenn jemand z.B. keinen richtigen Zugang zu seinen Emotionen hat, diese Ebene innerhalb des Resonanzraumes nur entsprechend des eigenen Zugangs zu sich selbst „geöffnet“ werden kann, also in der Einschränkung des eigenen Bewusstseins? Bedeutet dies dann weiter, dass ein Behandler, der sich in allen Bereichen seiner selbst bewusst ist, einen vielschichtigeren Resonanzraum öffnen kann, als jemand, der sich nicht aller Aspekte seines Wesens bewusst ist? Wenn ja, verhält es sich per se andersherum auch so, dass ein Client, der sich seiner Selbst weniger bewusst ist, auch weniger „empfangen“ kann?
12. März 2026 um 20:53 Uhr #19890Wilfried RappeneckerModeratorLiebe/r Bodolette,
Ob Shiatsu dann am besten funktioniert, wenn wir uns ganz zeigen, kann ich nicht so absolut sagen. Das hängt auch davon ab, welche Erwartungen man an Shiatsu hat. Sicherlich aber öffnet sich das „System“ der behandelten Person sehr viel leichter, wenn es den Eindruck bekommt, dass sich ein Mensch da „zeigt“.
Sich zeigen bedeutet, seinen eigenen Resonanzraum zu bewohnen und nicht durch zu viele Schutzmechanismen in seiner Resonanzfähigkeit einzuschränken. Wenn das „System“ der behandelten Person dem offenen Resonanzfeld der behandelnde Person begegnet, so ist es viel leichter bereit, sich dem zu öffnen und eigene Blockaden tendenziell aufzugeben.
Für alle therapeutisch arbeitenden Menschen gilt, dass es sehr zu empfehlen ist, sich selber immer besser kennenzulernen und der eigenen Vermeidungs- und Schutzmechanismen bewusst zu werden, um einen Teil davon loslassen zu können. Idealerweise wird dies ein lebenslanger Prozess sein, der zu deutlich mehr Lebensfreude und Zufriedenheit führt, auch wenn er mit Krisen einhergehen kann. Yoga, Meditation, und auch die Shiatsu-Praxis selber sind Beispiele für solche Erforschungswege. Mitunter kann auch eine Psychotherapie sehr hilfreich sein.
Wir werden durch solch eine Praxis aber keine anderen Menschen. Auch werden wir uns nie ganz verstehen und uns auch nicht aller Aspekte unseres Seins bewusst sein. Es genügt, wenn wir uns mit Interesse an uns selber und den Menschen um uns herum auf diesem Weg befinden.
Wenn du von „weniger empfangen“ schreibst, meinst du velleicht die Wahrnehmung des anderen Menschen und seines Körperraumes? Auch hier unterstützt der relativ freie Resonanzraum der behandelnden Person die Wahrnehmung der Klient:in. Diese „energetische“ Wahrnehmung als Resonanz-Phänomen fällt allerdings Menschen unterschiedlich leicht bzw. schwer. Der freie Resonanzraum ist nur eine von mehreren Faktoren, die dies ermöglichen, wenn auch ein bedeutender. Das heißt, dass manche Menschen eine sehr gute Wahrnehmung für den Resonanzraum besitzen, obwohl sie in ihrer persönlichen entwicklung nicht sehr weit fortgeschritten sind.
Zusamenfassend möchte icb also sagen, dass das Training der Freiheit des eigenen Resonanzraumes sehr zu empfehlen ist. Um unseren Resonanzraum allerdings in den den Begegnungen mit unsere Klient:innen einsetzen zu können, müssen wir uns wirklich nicht aller Aspekte unseres Seins bewusst sein, weil das auch gar nicht geht. Es genügt, ernsthaft an der eigenen Entwicklung interessiert zu sein, mndestens einem Trainingssystem zu folgen und dann immer mal wieder rückblickend festzustellen, dass man in den vergangenen Jahren doch tatsächlich Fortschritte gemacht hat.
Viel Freude auf diesem Weg! Er lohnt sich:-).
Wilfried -
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