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15. September 2025 um 20:43 Uhr #19855JennyPTeilnehmer
Liebe KollegInnen,
gleich noch eine Frage beschäftigt mich, es betrifft den klassischen Bandscheibenvorfall.
Soweit ich weiß, bildet der Körper bei Bandscheibenvorfällen eine sogenannte Schutzschicht, damit es zu keiner großen Dehnung (Beugung) kommen kann, ohne Schmerzen. Damit das ganze nicht schlimmer wird.
Wenn wir mit Shiatsu nun an dieser Schutzschicht – sprich Spannung – arbeiten, wird es zu Verschlimmerung der Schmerzen führen. Liege ich soweit richtig?Ich hab nun einen Klienten behandelt, der über Schmerzen in der LWS/ Kreuzbein klagte. ICh hab an Rücken, unterem Rücken, Sacrum gearbeitet, und nach der BEhandlung war er sichtlich erleichtert, er meinte auch, dass es nun besser sei. AM Abend jedoch bekam ich eine NAchricht, dass die Schmerzen nun ungewöhnlich stark sind.
Ich hab ihm nun geraten, mal ein CT zu machen.Wie geht ihr mit so einer Situation um und wie behandlet man Bandscheibenvorfälle mit Shiatsu.
Geht das denn überhaupt oder macht es mehr Sinn die Finger davon zu lassen, bis sich die Bandscheibe wieder ausgeheilt hat.
Gibt es eine Möglichkeit für uns festzustellen, ob es sich um einen Bandscheibenvorfall handelt, gleichmal vorab, bevor man drauf loslegt? Irgendeinen Körpertest?Ich freue mich über eure Expertise und Erfahrung!
Herzlichst,
Jenny29. Oktober 2025 um 22:03 Uhr #19862Wilfried RappeneckerModeratorLiebe Jenny,
Es gibt leider keine Möglichkeit, von außen zu sehen, ob Beschwerden, auch austrahlende, auf einen Bandscheibenvorfall zurückzuführen sind oder nicht. Oft wird einfach angenommen, dass es sich um einen Bandscheibenvorfall handelt, wenn die Beschwerden stärker und chronisch sind. Es gibt jesoch Menschen mit starken in die Beine ausstrahlenden chronischen Schmerzen, bei denen kein BS-Vorfall nachzuweisen ist, während bei anderen ohne stärkere Bescherden mitunter ein solcher zufällig entdeckt wird. Lies noch mal meinen Artikel zu akuten und chronischen Schmerzen im unteren Rücken (findest du auf meiner Webseite, demnächst auch in überarbeiteter Form in meinem neuen Buch, das im kommenden Jahr erscheinen soll).
Wenn die Beschwerden nach einer Behandlung in diesem Bereich zunehmen, so muss das überhaupt nicht darauf zurückzuführen sein, dass die Situation sich als Folge deiner Behandlung verschlimmert hat. Meist sind solche Verschlimmerungen Ausdruck eines Versuches des Körpers, durch die Behandlung ausgelösten Veränderungen sinnvoll in das Ganze zu integrieren. Nach 24, maximal 48 Stunden ist das meist vorbei, und den Menschen geht es deutlich besser als vor der Behandlung. Selten dauert das auch mal länger.
Wie ging es denn diesem Klienten einen oder zwei Tage später? Berichte doch noch mal!Es ist aber nicht immer so. Darum würde icb einem solchen Klienten unbedingt Übungen mit nachause geben, welche den Lendenbereich leicht aktivieren, und die er täglich ggf. mehrfach durchführen sollte. Ich selber denke da an Yoga-Asanas wie die „Halbe Heuschrecke“, die sehr wirksam sein kann. Vielleicht kennst du aber auch noch andere Übungen aus Yoga, QiGong, Pilates oder Feldenkrais o.ä., die du empfehlen kannst. Hilfreich ist es, eine solche Übung beim nächsten Termin vor der Behandlung gemeinsam mit dem Klienten durchzuführen. Dann siehst du gleich, ob sie zuhause durchgeführt wurden oder nicht, und dein Klient versteht, dass du es ernst meinst:-).
Wir können mit Menschen arbeiten mit Bandscheibenvorfall oder auch ohne. Egal was medizinisch diagnostiziert wurde, es geht grundsätzlich immer darum, sich den Bereich des unteren Rückens und der Hüfte genauer anzuschauen, Spanungsmuster und Tonus-arme Bereiche zu entdecken, mit Lokalem Shiatsu direkt mit ihnen zu arbeiten und zuzuschauen, wie das Spannungsmuster in dem betreffenden Körperraum sich unter unserer Behandlung verändert. In der Regel entspannt es deutlich, wird weiter und auffällige Jitsu- und Kyo-Stelle werden unauffälliger, weil sie besser miteinander kommunizieren. Schau dir noch einmal meinen Artikel zum Lokalen Shiatsu an.
Wenn Klienten mit starken Beschwerden und ohne eine medizinische Abklärung zu uns kommen, ist es immer sinnvoll, sie zu bitten, die Beschwerden klinisch abklären zu lassen. Das dient auch unsere eigenen juristischen Sicherheit.
Wenn du weitere Fragen hast, dann frag bitte hier weiter nach.
Herzlich, Wilfried
18. Dezember 2025 um 10:28 Uhr #19875JennyPTeilnehmerLieber Wilfried, herzlichen Dank für deine Antwort.
ich finde den unteren Rücken ein wirklich sehr spannendes Feld, zumal wirklich viele Menschen hier Probleme haben.
Meistens komme ich auch gut zurecht, aber ich hatte eben auch schon 3 Klienten (es waren interessanterweise immer nur Männer), bei denen die Rückenschmerzen nach dem Shiatsu gleich oder eben sogar schlimmer waren. Einen habe ich danach nicht mehr erreicht, leider, da weiß ich nicht, ob es nach ein, zwei Tagen wieder besser war. Bei den andren zweien war es danach nicht besser.Von einem dieser Klienten möchte ich kurz berichten: er hat nämlcih eine außerordentliche Dickdarn und Gallenblasenspannnung. In der ersten Sitzung hab ich mich dem Dickdarm gewidmet, dies hat die Beschwerden für 2 Tage verschlimmert. Bei de rnächsten Behandlung habe ich die Galle sehr intensiv behandelt, danach hat er sich ganz wunderbar leicht gefühlt. Auf meine Frage, ob die Rückenschmerzen schlimmer werden, wenn er emotionale Tage hatte (er ist viel grantig), meinte er, nein er könne dies nicht in Zusammenhang bringen. Ich hab seiner Frau aber die selbe Frage gestellt und die meinte ja auf jeden Fall. Immer wenn er besonders grantig und giftig war, sind die Rückenschmerzen am nächsten Tag viel schlimmer…
Was ich hier interessant finde ist, dass die Arbeit am Dickdarm, diese Dynamik verstärkt haben.
Ganz liebe Grüße,
Jenny -
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